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Dark Phoenix

Simon Kinberg, USA, 2019o

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During a rescue mission in outer space, Jean Grey is nearly killed when she's hit by a mysterious cosmic force. Once she returns home, this force not only makes her infinitely more powerful than before, but also dangerously unstable. The X-Men must now band together to save her soul and confront a group of mysterious beings that want to use Grey's new abilities to rule the galaxy.

Die Chronologie der X-Men-Reihe wird schräger und schräger -- Jean Greys Verwandlung in das Überwesen Phoenix war eigentlich schon das Thema von X-Men: The Last Stand (2006), damals aber noch unter völlig anderen Vorzeichen. Dark Phoenix macht alles ein bisschen grösser, inklusive der Musik: Es ist der erste X-Men-Film, der von Hans Zimmer vertont wurde.

Gregor Schenker

Die schöne Superheldin Jean Grey (Sophie Turner) saugt im Weltraum aus Versehen eine mysteriöse Wolke auf. Das ist gar nicht gut, denn jetzt sind ihre mächtigen Superkräfte völlig außer Kontrolle geraten. Und dabei hat sie doch schon mit dem Trauma vom Tod ihrer Eltern genug zu tun. Die X-Men sind vielschichtige Superhelden, ihre besonderen Fähigkeiten sind meist zugleich eine Gabe und eine Last. Regisseur Simon Kinberg setzt auf diesen ambivalenten Charakter seiner Helden - und schafft es zwischen all den Starauftritten von Jessica Chastain, Jennifer Lawrence und Michael Fassbender, sowie dem üblichen Action-Zirkus, seinen Figuren auch im mittlerweile zwölften X-Men-Film so etwas wie Tiefe zu geben. Ob das in Zukunft so bleiben wird, ist allerdings fraglich. Denn es könnte gut sein, dass die X-Men ihrerseits demnächst von den übermächtigen Avengers aufgesaugt werden. Für Superhelden-Befindlichkeiten ist dann wahrscheinlich keine Zeit mehr.

Nicolas Freund

Un épisode haletant qui, au fil de formidables scènes d’action, fait la part belle aux femmes.

Guillemette Odicino

Galleryo

Sight & Sound, 6/25/2019

From Michael Hale

All rights reserved Sight & Sound. Provided by Sight & Sound Archiv
6/5/2019
Ende einer Therapiestunde

In "X-Men: Dark Phoenix" schafft es Regisseur Simon Kinberg gemeinsam mit Jessica Chastain, Jennifer Lawrence und Michael Fassbender seinen Figuren so etwas wie Tiefe zu geben.

From Nicolas Freund

Mal kurz angenommen, beim neuen "X-Men"-Film "Dark Phoenix", Teil zwölf der Reihe, würde sich ein Kinovorführer den Scherz erlauben, statt der zweiten Hälfte einfach das Ende von, sagen wir, "X-Men 3" zu zeigen - es würde wahrscheinlich nicht jedem Zuschauer auffallen.

Superheldenfilme haben inzwischen eine so starre Ästhetik und Dramaturgie entwickelt, dass besonders die obligatorischen Prügeleien am Ende zunehmend austauschbar sind.

Wer genau wen warum vermöbelt, ist fast egal, es geht um die Choreografie und die Effekte. Die Figuren und die Stars müssen nur gut und möglichst ohne Ecken und Kanten in Szene gesetzt werden. Denn sie sind die Marken, die Kinotickets verkaufen und nicht ein interessanter Regisseur, ein kontroverses Thema oder gar ein innovatives Konzept.

Superheldenfilme sind die natürliche Evolution des Blockbusters, ein immer und immer wieder reproduzierbares, erfolgversprechendes Filmgerüst, um Stars und Figuren zu präsentieren, ohne auf so etwas wie eine Handlung, die das Spektakel stören könnte, zu sehr achten zu müssen.

Am Anfang des neuen Abenteuers der "X-Men", das mal wieder meisterhaft dem Muster des Superheldenfilms folgt, raunt eine Stimme, dass sich alles irgendwo hin entwickeln müsse und man fragt sich, wohin sich denn bitte noch etwas entwickeln soll bei einem Produkt, das schon so glatt und durchkomponiert ist, dass jedes Experiment und jede Variation wie ein Makel wirken muss.

Jean Greys übermens

chlichen Gedankenkräfte geraten außer Kontrolle

Vielleicht ist die Fernsehserie gemeint, denn wie die Folge einer solchen fühlt sich "Dark Phoenix" an. Anfang und Ende sind wie Nahtstellen zum Umfeld der anderen Superheldenfilme, die versprechen, dass, egal was hier jetzt passiert, alles im Kern so bleiben wird, wie es bereits ist.

Die "X-Men" müssen also zu einer Rettungsmission ausrücken und ein paar gestrandete Astronauten retten, als wäre es Alltag. Ist es ja irgendwie auch, es geht alles gut, nur die schöne Jean Grey, gespielt von "Game of Thrones"-Prinzessin Sophie Turner, saugt aus Versehen eine Wolke kosmischer Energie auf. Das ist gar nicht gut, denn ihre übermenschlichen Gedankenkräfte geraten außer Kontrolle.

Bald hat sie alle ihre Mutantenfreunde gegen sich aufgebracht und dazu noch eine Bande außerirdischer Überwesen auf den Fersen, die ihre kosmische Wolke dringend zurückhaben wollen.

Die X-Men könnten unterm Disney-Regime bald gewöhnliche Superhelden werden

Die X-Men sind eigentlich die Außenseiter unter den Superhelden. Die Freaks, die Ausgestoßenen, die Alleingelassenen. Ihre Kräfte sind immer Fluch und Gabe zugleich, wie bei Cyclops, der aus seinen Augen rote Laserstrahlen schießt, aber dafür halt nichts anschauen kann, was er nicht zerstören möchte.

Oder Mystique, die seit ein paar Filmen von Jennifer Lawrence gespielt wird, und die ihre Gestalt nach Belieben ändern kann, dafür in ihrem normalen Zustand aber schuppige, blaue Haut hat.

Die X-Men sind vielschichtiger als andere Superhelden und durch ihre ständig thematisierten Schwächen auch menschlicher und zugänglicher. Sie sind eine Allegorie auf alle, die, aus welchen Gründen auch immer, von der geltenden Norm abweichen, oder die sich auch nur selbst irgendwie nicht richtig dazugehörig fühlen.

Die X-Men könnten bald normale Superhelden werden

Diese Allegorie, die sich durch alle der inzwischen zwölf Filme zieht, ist so stark, weil sie keinen pädagogischen Anspruch hat, sondern die Schwächen und Probleme der Charaktere selbstverständlich thematisiert, und dazu aber trotzdem noch ein kurzweiliger Actionfilm erzählt wird.

Auch Simon Kinberg, der mit "Dark Phoenix" sein Regiedebüt gibt, schafft es, trotz ständiger Ablenkung durch das Staraufgebot mit Jessica Chastain, Jennifer Lawrence und Michael Fassbender seinen Figuren so etwas wie Tiefe zu geben. Wie auch in anderen "X-Men"-Filmen werden die Helden am interessantesten, wenn es um die Frage geht, wie sich die, die anders sind, zu verhalten haben und warum für sie immer andere Maßstäbe gelten, als für die Normalen.

Der Film, der sich so vorbildlich an die Superheldenformel hält, deutet in seiner Stromlinienförmigkeit aber auch schon an, dass die X-Men bald solche ganz normalen Superhelden werden könnten. Denn wie die "Avengers" gehören die X-Men mittlerweile zu Disney - und beide stammen ursprünglich aus dem Marvel-Verlag, wo sie in den Comics schon lange gemeinsame Abenteuer erleben. Ob zwischen Gefechten mit Thor, Hulk und Captain America noch Zeit für Super-Befindlichkeiten bleiben wird?

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Other titles
X-Men - Dark Phoenix DE
X-Men : Dark Phoenix FR
Genre
Action, Science fiction
Running time
114 Min.
Original language
English
Ratings
cccccccccc
ØYour rating5.8/10
IMDB user:
5.8 (97909)
cinefile-user:
< 10 votes
Critics:
< 3 votes

Cast & Crewo

Sophie TurnerJean Grey / Dark Phoenix
James McAvoyCharles Xavier / Professor X
Michael FassbenderErik Lensherr / Magneto
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Bonuso

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