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#Female Pleasure

Barbara Miller, Germany, Switzerland, 2018o

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A plea for the liberation of female sexuality in the 21st century: The film follows five extraordinary women from all over the world, shows specific and universal situations and tells of the struggle for the right to sexual self-determination and a gender relationship based on joy.

In Japan gibts Penisfeste, aber das Verbot, über Vaginen zu sprechen; in Indien das Kamasutra, aber Sex ist ein Tabu -- es sind vor allem die im Film aufgezeigten Widersprüche patriarchaler Systeme, die sprachlos machen. Eine dringliche, emotionale Doku, die vor Augen führt, dass es für viele Frauen nicht selbstverständlich ist, Sex und Weiblichkeit geniessen zu können.

Claudia Schmid

Zu Barbara Millers Doku wünscht man sich ein Pendant, das rückhaltlos und ungefiltert, nun ja, weibliche Lust zeigt. Denn Miller erzählt vom Widerstand gegen das düstere, oft religiös begründete Patriarchat. Fünf Frauen, unter ihnen die Autorin Deborah Feldman, sprechen von ihrer Emanzipation und analysieren patriarchalische Machtstrukturen. Dazu sieht man sie im Arbeits- und Privatleben. Vor allem der Einstieg ist zäh. Dass man dennoch dabeibleibt, ist dem klaren Verstand, der Unbeugsamkeit und auch dem Witz der Protagonistinnen zu verdanken. Wer würde nicht gern wie die japanische Künstlerin Rokudenashiko mit einem Vulvaboot in See stechen?

Juliane Liebert

La réalisatrice suisse filme avec respect et une dose salutaire d'humour le parcours de cinq femmes courageuses qui ont décidé de se rebeller contre une société qui voulait les écraser. Leur arme est la sexualité, vécue librement, dans la joie et le respect. Bien qu'elles vivent dans des lieux très différents, ces cinq héroïnes modernes sont unies par une volonté commune : (re)prendre leur vie en main. À travers son documentaire, Miller crée un puzzle de vies qui s'encastrent presque par miracle. La souffrance des cinq héroïnes de #Female Pleasure s'y transforme, grâce à son regard fort et courageux.

Muriel Del Don

Galleryo

filmuforia, 1/27/2019
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11/7/2018
Emanzipation im Vulva-Boot

Der Dokumentarfilm "#FemalePleasure" erzählt von weiblicher Sexualität und Unterdrückung.

From Juliane Liebert

Dräuende Ambientsynths, Hochglanzwerbebilder, die Frauen als devote Sexualobjekte zeigen. Dann die Stimme von Leyla Hussein, einer somalisch-britischen Psychotherapeutin, die sich gegen Genitalverstümmelung engagiert. Sie fragt mit bebender Stimme, warum Männer die Sexualität von Frauen fürchten und bekämpfen.

So beginnt der Dokumentarfilm "#Female Pleasure" (der Hashtag im Titel dient wohl als Signal, dass wir es mit modernem Aktivismus zu tun haben), und diese Passage gehört zu den schwächeren des Films. Die Emotionalisierung und allzu allgemeinen Sentenzen lassen "das Patriarchat" als eine Art allumfassende finstere Macht erscheinen, die jedoch glücklicherweise von ein paar unbeugsamen Jedifrauen bekämpft wird. Eine gute Story, aber sie lenkt von den konkreteren Einsichten ab, die Barbara Millers Dokumentation durchaus auch zu bieten hat. Denn glücklicherweise wird es schnell konkreter. Wir sehen die fünf Protagonistinnen in ihrem Alltag, hören ihre Einsichten zum System der (sexuellen) Unterdrückung von Frauen. Eine Episode von hoher Symbolkraft: Vithika Yadav, die in Indien für sexuelle Aufklärung kämpft, ist beim Joggen zu sehen. Als sie um eine Straßenbiegung läuft, schwenkt die Kamera auf ein paar Kühe, die in gemütlicher Heiligkeit mitten in der Stadt auf einem Rasenstreifen stehen. Auch in Indien leben die Milch gebenden Paarhufer nicht im Paradies, aber sicherer als Frauen sind sie allemal.

Vithika Yadav sagt: "Religion ist einer der schlimmsten Mörder der Welt." Und tatsächlich ist Religion, so macht der Film deutlich, eines der mächtigsten Werkzeuge, um Frauen kleinzuhalten. Sicher sind die Zustände im hinduistischen Kastenwesen, die massenhafte Verstümmelung von Mädchen (nicht nur) in Afrika und die Widerstände, gegen die Deborah Feldman sich aus der Parallelwelt des orthodoxen Judentums in New York befreien musste, nicht in jeder Hinsicht miteinander vergleichbar. Aber Religion spielt überall eine Rolle.

Sogar für die japanische Künstlerin Rokudenashiko, die mit Vulva-Kunst die konservative japanische Gesellschaft herausfordert und dafür wegen Obszönität angeklagt wird. Völlig akzeptiert sind gleichzeitig Shinto-Rituale, bei denen alle an Penislollis lutschen und ein riesiger Phallus in einer Prozession umhergetragen wird. Das ist zwar fröhlicher als Fronleichnam, aber noch hübscher wäre ein großer Umzug mit Rokudenashikos teils sehr witziger Kunst. Neben ihren Manga, die anhand ihrer eigenen Erfahrung von weiblicher Sexualität erzählen, stellt sie Abdrücke ihrer Vulva her, die sie bemalt und zu Miniaturlandschaften ausbaut. Auch digitalisiert hat sie ihren Abdruck, für jederfrau im Internet abrufbar. Sie selbst hat sich ein Vulva-Boot mit dem 3-D-Drucker drucken lassen. Leider wird in den Untertiteln an einigen Stellen mit Vagina übersetzt, wenn eigentlich die Vulva gemeint ist.

In der Welt der ehemaligen Ordensschwester Doris Wagner wiederum war das weibliche Geschlechtsorgan vollkommen tabu. Züchtige Unterröcke verhinderten jedoch nicht, dass sie von einem Pater vergewaltigt wurde. Sie rang sich dazu durch, darüber zu sprechen, wurde ignoriert oder selbst beschuldigt, stand kurz vor dem Suizid. Aber sie kämpfte sich aus der Unmündigkeit und ist heute verheiratet, hat ein Kind und schreibt an ihrer Promotion. Überhaupt zeigt der Film, dass Aufklärung über weibliche Sexualität in viel größerem Ausmaß auch Aufklärung im philosophischen Sinn bedeutet.

Leyla Hussein, deren Rhetorik am pointiertesten ist, erkennbar geschult an Bühnenauftritten und der angelsächsischen Debattenkultur, wendet sich wie auch Vithika Yadav scharf gegen den mit identitätspolitischen Moden spielenden Trick, Gewalt und Unterdrückung mit "kulturellen Traditionen" zu rechtfertigen. Hussein wird deshalb mit dem Tode bedroht und auf der Straße bespuckt. Ihren Humor hat sie trotzdem nicht verloren: "Würde Männern massenhaft der Penis abgeschnitten, gäb es deshalb einen neuen Irakkrieg."

Regisseurin Barbara Miller will Mut machen. Das führt dazu, dass sie ein wenig zu sehr darin schwelgt, wie großartig ihre Protagonistinnen sind. Doch ein klarer Verstand, eine beeindruckende Entschlossenheit, Witz und Lebenslust zeichnet sie tatsächlich alle aus.

All rights reserved Süddeutsche Zeitung. Provided by Süddeutsche Zeitung Archiv
11/8/2018
All rights reserved Frankfurter Allgemeine Zeitung. Provided by Frankfurter Allgemeine Zeitung Archiv
epd Film, 11/19/2018
All rights reserved epd Film. Provided by epd Film Archiv
Annabelle, 11/8/2018
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Le Temps, 3/12/2019
All rights reserved Le Temps. Provided by Le Temps Archiv
Interview with Leyla Hussein
/ Spicee
en / 5/3/2019 / 4‘41‘‘

Sexualität: Gottes unheiliges Geschenk
/ SRF
de / 11/17/2018 / 58‘58‘‘

Podiumsgespräch: Wer hat Angst vor weiblicher Lust?
/ X Filme
de / 11/19/2018 / 57‘15‘‘

Documentary: The female sex in nature
/ Planet Doc
en / 11/19/2018 / 25‘01‘‘

Beitrag zum Film
/ ARTE
de / 11/7/2018 / 02‘04‘‘

Reportage radio sur le film
From / RTS Culture
fr / 1‘59‘‘

Movie Datao

Genre
Documentary 
Running time
97 Min.
Original languages
English, French, German, Japanese
Ratings
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ØYour rating7.6/10
IMDB user:
7.6 (345)
cinefile-user:
< 10 votes
Critics:
< 3 votes

Cast & Crewo

Deborah Feldmann
Rokudenashiko
Leyla Hussein
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Bonuso

iVideo
Interview with Leyla Hussein
Spicee, en , 4‘41‘‘
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Sexualität: Gottes unheiliges Geschenk
SRF, de , 58‘58‘‘
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X Filme, de , 57‘15‘‘
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Documentary: The female sex in nature
Planet Doc, en , 25‘01‘‘
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Beitrag zum Film
ARTE, de , 02‘04‘‘
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Review filmuforia
Filmuforia
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Review Süddeutsche Zeitung
Juliane Liebert
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Review Frankfurter Allgemeine Zeitung
Julia Bähr
s
Review epd Film
Britta Schmeis
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Interview mit den Protagonistinnen des Films
Annabelle / Michèle Roten
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Review Le Temps
Antoine Duplan
s
hAudio
Reportage radio sur le film
RTS Culture / fr / 1‘59‘‘
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