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Hable con ella

Pedro Almodóvar, Spain, 2002o

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Two men who met at the theatre take care of two women in a coma: the journalist and skeptic Marco of a brain-damaged bullfighter with whom he fell in love during an interview; the caregiver and naïve enthusiast Benigno of a ballet pupil whom he has been caring for and desiring for years. Both ot them do the wrong thing out of real feelings, with all four of themh life plays strange games.

Motivspiegelungen, kühne Zeitsprünge und Auslassungen, Schicksalsschäge, grosse Gefühle und Wendungen, die jeder Wahrscheinlichkeit spotten: Wie schon in Carne Tremula und Todo sobre mi madre zeigen sich Reife und Meisterschaft des einstigen Enfant terrible der spanischen Nach-Franco-Zeit hier an der absoluten Selbstverständlichkeit, mit der Almodóvar die formalen und emotionalen Amplituden des Melodrams ausreizt. Obschon mal wieder Unerhörtes geschieht – Sex mit einer Komapatientin, eine Geburt als Wiederkehr von den Toten –, sind die Tabubrüche kein Selbstzweck. Der Menschenfreund und -kenner Almodóvar nimmt seine Figuren auch unter den absurdsten Umständen ernst und lotet vorbehaltlos aus, was sie umtreibt. Nichts Menschliches ist ihm fremd.

Andreas Furler

Le quatorzième long métrage du cinéaste espagnol révèle la maturité de l'ex-enfant terrible de la Movida. A la faveur de l'amitié entre deux hommes réunis au chevet des femmes qu'ils aiment, se noue un mélodrame d'une beauté renversante.

Jacques Mandelbaum

Un chef-d'oeuvre, entre feuilleton et mélodrame. Parle avec elle est un ample chant mélancolique sur la chair etl'esprit, le désir et les sentiments, la foi et la folie, l'art et la mort. Où le style n'écrase jamais son propos, mais le sert et le réhausse.

Serge Kaganski

Non seulement Pedro n'a rien perdu de son humour mais, surtout, la subtilité de son script, qui joue habilement avec la chronologie, et sa mise en scène, qui coupe impitoyablement les scènes quand le démon larmoyant menace de se pointer, font de son petit dernier une notable réussite mélodramatique, genre casse-gueule entre tous.

Olivier De Bruyn

Galleryo

rogerebert.com, 12/24/2002

From Roger Ebert

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The New York Times, 5/13/2019

From A.O. Scott

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5/16/2010
Ellipsen sind offene Wunden

"Sprich mit ihr" - Pedro Almodóvars Melodram über die Liebe in den Tagen im Koma

From H.G. Pflaum

Frauen rennen gegen Wände. Während ein Mann vergeblich versucht, ihnen die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, sinken sie erschöpft zu Boden. An den Beginn seiner Geschichte hat Pedro Almodóvar eine Szene aus Pina Bauschs Tanzspiel "Café Müller" gesetzt. Im Publikum sitzt ein Mann, der bei dieser Szene feuchte Augen bekommt. Noch ahnt er nicht, wie nahe ihm diese Erfahrungen von Schmerz und Ohnmacht in seinem eigenen Leben noch kommen werden, denn vorerst trauert Marco, ein heimatloser Journalist aus Argentinien, nur einer längst verlorenen Liebe nach. Dem Mann, der neben ihm sitzt, sind solche Erfahrungen bereits vertraut.

Benigno arbeitet als Krankenpfleger, im Dienst einer einzigen Patientin, der Ballettschülerin Alicia, die seit vier Jahren im Koma liegt. Er bringt ihr ein Autogramm von Pina Bausch mit, er redet mit ihr, erzählt ihr, wider alle medizinische Vernunft, vom Leben draußen, jenseits des Krankenhauses. Benigno liebt "seine" Patientin und schließt sie gerne in seine Sätze ein. Meist sagt er "wir", wenn er von sich und Alicia spricht, als führten sie wirklich ein gemeinsames Leben: "Wir verstehen uns besser als viele andere Paare." Die Grenzen, die ihre Ohnmacht seiner Fürsorge setzt, kann und will er ebenso wenig anerkennen wie den profunden Widerspruch, den er nicht zu lösen vermag: Ihm scheint die einseitige physische Intimität zu genügen, und dennoch hält er unbeirrbar an seinem Glauben fest, dass hinter der Physis noch etwas anderes sein müsse, eine Ebene, auf der Alicia ihn dennoch wahrnehmen könnte.

Dann kommt Marco ins Krankenhaus, und Benigno erkennt den Mann in ihm wieder, der zufällig neben ihm im Tanztheater saß. Auch der Journalist Marco kümmert sich nun um eine Frau im Koma. Er wollte ein Interview führen mit der Stierkämpferin Lydia Gonzales, die, wie er selbst, an den Wunden einer unglücklichen Liebe litt. Eine neue Beziehung hat sich daraus für die beiden angebahnt, dann wurde die Frau, in der Arena merkwürdig unkonzentriert, von einem Stier auf die Hörner genommen und böse zugerichtet. Es gibt keine Hoffnung, sagen die Ärzte, denn Lydias verletztes Gehirn würde nie wieder Gedanken und Gefühle zulassen.

Das Schicksal der beiden Frauen lässt den intelligenten Skeptiker Marco und den naiven Optimisten Benigno Freunde werden. Einmal sehen wir alle wie auf einem Familienfoto, Lydia und Alicia ohne Bewusstsein im Rollstuhl, die beiden Männer dahinter; das Licht in diesen Einstellungen ist so hell und warm, als hätten die beiden Paare im Bild tatsächlich eine Chance. Melodramen brauchen das Bewusstsein oder wenigstens eine Ahnung von Glück, mag es noch so trügerisch sein.

Keine Geschichte Almodóvars hat sich je radikaler gegen die Nacherzählung gesperrt als diese - nicht weil sie zu kompliziert, sondern weil sie zu einfach ist. Die bloße Story könnte an grausige Produkte der Regenbogenpresse erinnern. Dass "Sprich mit ihr" ein kühnes und einzigartiges Meisterwerk wurde, ist der Sensibilität und der Verwegenheit des 50-jährigen Regisseurs zu verdanken; Almodóvar gehört von nun an endgültig in die von Buñuel und Saura angeführte Reihe der großen spanischen Cineasten.

Mann in Fingergröße

Es geht in diesem Film von der ersten Szene an um Leben und Tod: Der Stier, den Lydia besiegt, dient keineswegs zum Anlass für den traditionellen Topos des Triumphs menschlicher Überlegenheit. Almodóvars Kamera verlangsamt kaum merklich die Bewegungen des verendenden Tiers zu einer Sequenz des Sterbens und der Trauer; sie wird zum visuellen Requiem für die leidende Kreatur, ohne dass darüber die Stierkämpferin denunziert werden würde. Als Marco Lydia in ihr Haus zurückgebracht hat, hört er von draußen ihre Schreie: Eine Schlange hat die Frau in Panik versetzt - als Symbol des Sündenfalls ist sie keineswegs die einzige biblische Anspielung in diesem Film, bis hin zu den Motiven von Opfertod und Erlösung; aber sie ist eben auch das Zeichen des heilenden Äskulap. Diesmal ist es Marco, der ein Tier tötet.

Immer wieder hebt Almodóvar die Chronologie der Ereignisse auf, durchkreuzt sie mit Rückblenden, die ihrerseits keiner chronologischen Ordnung folgen, oder markiert Ellipsen mit Inserts wie "Einige Monate später" oder "Vier Jahre früher". Manchmal wirken die dadurch entstehenden Brüche der Geschichte so schmerzhaft wie offene Wunden. Erst der tiefe Ernst und die Trauer, die selbst in den heiteren Momenten ständig zu spüren sind, schafft den sicheren Boden, von dem aus der Regisseur zu seinen riskanten Grenzüberschreitungen und das Genre des Melodrams sprengenden Tabuverstößen ansetzen kann.

Benigno schaut sich alte Stummfilme an, weil Alicia sie mochte, um ihr hinterher davon zu berichten. Almodóvar inszeniert dazu - überaus stilsicher - eine Variation zu Jack Arnolds "The Incredible Shrinking Man": Ein auf Fingergröße geschrumpfter Mann erkundet, bis in den letzten Schlupfwinkel, die Körperlandschaft seiner lebensgroßen Geliebten ... erst hinterher wird klar, dass diese Sequenz metaphorisch zu verstehen ist wie einst der fahrende Zug, der im Schlussbild von Hitchcocks "North by Northwest" in einen Tunnel einfährt. Alicia, die junge Frau im Koma, erwartet schließlich ein Kind .. .

Als Marco erfuhr, dass sich Lydia vor ihrem letzten Kampf in der Arena wieder mit ihrem ehemaligen Freund versöhnt hatte, floh er nach Jordanien, um ein weiteres seiner Bücher über fremde Länder zu schreiben; die Nachricht von Lydias Tod lässt ihn nach Spanien zurückkehren. Den Selbstmord seines inhaftierten Freundes kann er nicht verhindern; Benigno wollte ins Reich zwischen Leben und Tod, um Alicia im Koma nahe zu sein. Er wusste nicht, dass sie durch den Schock einer Totgeburt aufgewacht war und an einem Neubeginn stand, den sie schwerlich mit ihm geteilt hätte. Bis zum Finale nimmt der Film immer neue Wendungen, die befremden müssten und es doch nicht tun, durch Almodóvars Fähigkeit, alles vermeintlich Extreme zu inszenieren, als wäre es alltäglich. Dabei greift er nie zu dem simplen Trick, mit den Bildern einfach die Story zu dementieren; es ist einfach die von einer bedingungslosen Zärtlichkeit gegenüber seinen Figuren geprägte Haltung des Regisseurs, die über alles entscheidet und alles menschlich nachvollziehbar macht - auch das Vergehen des liebenden Pflegers Benigno und seinen unbewussten Sühnetod.

Almodóvar schließt seine Geschichte wieder mit dem Tanztheater und betont noch einmal die Realität einer Kommunikation jenseits der Worte, mit einer Szene aus "Masurca Fogo": "Pina Bausch hat nichts ahnend die Pforten geschaffen, durch die man in meine Geschichte Einlass findet und sich daraus wieder verabschiedet." Ganz am Ende von "Sprich mit ihr" steht ein Blickwechsel, der das Melodram überwindet und Anlass zur Hoffnung gibt.

All rights reserved Süddeutsche Zeitung. Provided by Süddeutsche Zeitung Archiv
Spiegel Online, 8/7/2002

From Oliver Hüttmann

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àVoir-àLire, 10/19/2014

From Catherine Le Ferrand

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Les Inrockuptibles, 12/31/2001

From Serge Kaganski

All rights reserved Les Inrockuptibles. Provided by Les Inrockuptibles Archiv
Pedro Almodóvar Wins an Oscar for Best Original Screenplay
/ Oscars
en / 9/18/2013 / 03‘12‘‘

Pedro Almodovar "Parle avec elle" - Archive vidéo INA
/ INA Culture
fr / 7/1/2012 / 2‘14‘‘

Movie Datao

Other titles
Sprich mit ihr DE
Parle avec elle FR
Talk to Her EN
Genre
Drama, Romance
Running time
112 Min.
Original language
Spanish
Ratings
cccccccccc
IMDb8.0/10

Cast & Crewo

Leonor WatlingAlicia
Rosario FloresLydia
Javier CámaraBenigno
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Bonuso

iVideo
Pedro Almodóvar Wins an Oscar for Best Original Screenplay
Oscars, en , 03‘12‘‘
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Pedro Almodovar "Parle avec elle" - Archive vidéo INA
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