The Biggest Little Farm

John Chester, USA, 2018o

s
vBack

The Biggest Little Farm follows two dreamers as they decide to leave their tiny L.A. apartment and move to the countryside, where they plan to set up a diverse, sustainable farm that exists in complete harmony with nature. The film chronicles their near decade-long attempt to create this utopia by planting 10,000 orchard trees, hundreds of crops, and bringing in animals of every kind– including an unforgettable pig named Emma and her best friend, Greasy the rooster.

Zwei Großstädter - er Tierfilmer, sie Foodbloggerin - gründen eine Öko-Farm, weil ihr Hund ständig bellt und sie deshalb aus ihrer Wohnung fliegen. Das klingt nach Firstworld-Problem und Wolkenkuckucksheim-Idee - und genauso, mit viel Witz und Selbstironie, erzählt John Chester in seiner Doku davon. Der Boden der Farm ist erst wie tot, Kojoten, Schnecken und Wühlmäuse werden zu Todfeinden - die Farm erscheint als Sisyphus-Projekt. Geduld und Hartnäckigkeit aber lassen den Traum von der Öko-Farm aber schließlich doch wahr werden. Eine uramerikanische Geschichte ist das, von Pionieren, der Sehnsucht nach Ursprünglichkeit.

Martina Knoben

Als erfahrener Naturfilmer weiss John Chester seine Tiere und Pflanzen gut in Szene zu setzen. Wirkt das anfangs wie ein Kinderbuch, das sich mehr für herzerweichende Hundeblicke als für Finanzierungsfragen interessiert, wandelt sich der Film zu einem spannenden Anschauungsstück über die grossen Herausforderungen beim Aufbau eines kleinen Ökosystems. Ein brillanter Werbespot für den Bio-Bauernmarkt.

Julia Marx

The Biggest Little Farm se démarque et emballe. Sans doute parce qu’il repose sur des ressorts narratifs puissants, de ceux qui ont modelé nos cerveaux dès l’enfance, de ceux à l’oeuvre dans les contes et les mythes fondateurs.

Lætitia Mikles

Plutôt enthousiasmant, et presque trop beau pour être vrai !

Marine Quinchon

Racontée ainsi, l’histoire prend des airs de conte naïf. Mais la démonstration est faite des bénéfices d’une agriculture écologique.

Frédéric Strauss

Galleryo

Picture House, 12/21/2019
All rights reserved Picture House. Provided by Picture House Archiv
12/21/2019
Vielfalt, Vielfalt, Vielfalt

Zwei Großstädter aus Los Angeles gründen einen Bio-Bauernhof - und machen aus dieser Erfahrung einen herzerfrischenden Dokumentarfilm. Wenn nur der ständig bellende Hund nicht sterben würde ...

From Martin Knoben

Zwei Großstädter - er Filmemacher, sie Foodbloggerin - gründen eine Öko-Farm, weil ihr Hund ständig bellt und sie aus ihrer Wohnung in Los Angeles fliegen. Das klingt nach Firstworld-Problem und Wolkenkuckucksheim-Idee? Unbedingt! Aber wenn man davon mit soviel Witz und Selbstironie erzählt wie John Chester in seiner Dokumentation, dann bitte mehr Wolkenkuckucksheime!

Ein Bauernhof wie aus dem Bilderbuch soll es werden, mit vielen verschiedenen Tieren, und im Einklang mit der Natur. Während Chesters Frau Molly ihre Vision darlegt, ist die Traum-Farm als Zeichentrick zu sehen: Glückliche Schafe, Hühner und ein Schwein, fette Pflaumen, Nektarinen und Brokkoli, alles fröhlich bunt gezeichnet wie im Kinderbuch. Die Tricksequenz illustriert den naiven Idealismus des Paares - der auch dem Zuschauer den Weg in diesen utopischen Versuch ebnet. Hier sind keine Profis am Werk, keine Landwirte in fünfter Generation, sondern Großstädter wie wir! Die ihren Traum leben und am Ende tatsächlich Erfolg haben. Alles, was die Zeichentricksequenz zeigt, wird auf der "Apricot Lane Farm" der Chesters Wirklichkeit werden, "Unsere große kleine Farm" dokumentiert, wie das sein konnte.

Dass aus den 80 Hektar staubtrockenem, "totem" Boden in den kalifornischen Hügeln, den Molly und John 2011 kauften, ein Vorzeigehof werden würde, war erstmal nicht abzusehen. Allerdings hatte das Paar einen Berater für traditionelle Landwirtschaft engagiert, einen charismatischen Mann mit eigenwilligen Ideen. Auf seinen Rat hin reißen die beiden rund 22 Hektar alter Bäume aus, errichten einen Palast für Würmer, um deren Kot zu ernten, pflanzen allein 75 verschiedene Sorten Steinobst und säen zwischen den Bäumen Gras zur Gründüngung. Es ist eine Sisyphos-Arbeit, die allein dem Credo ihres Boden-Flüsterers folgt: "Vielfalt, Vielfalt, Vielfalt!"

So zeitgemäß diese Öko-Botschaft ist, erzählt "Unsere große kleine Farm" auch eine uramerikanische Geschichte, von Pionieren, die an der Zivilisationsgrenze ein neues Leben beginnen, wie im Western. Immer wieder betont werden auch die family values: Auslöser des Ganzen war schließlich das Versprechen, das die Chesters ihrem Hund Todd gegeben hatten, als sie ihn in einer Hundeauffangstation adoptierten, dass sie ihn nie mehr weggeben würden.

"Unsere große kleine Farm" ist ausgesprochen süffig, luftig und lustig erzählt, mit einer konventionellen Dramaturgie. Eine Schneckenplage, Kojoten, die die Hühner fressen, oder Schwärme von Staren sind die Rückschläge, die die Sache spannend machen - und Johns Idealismus an seine Grenzen bringen. Einen Kojoten knallt er höchstpersönlich ab. Als Mittel der komischen Entlastung gibt es die Geschichte eines hässlichen, aber grundsympathischen Schweins.

Es ist erfrischend, dass der mahnende Grundton und die oft auch ästhetische Strenge vieler Filme über Naturzerstörung und mögliche alternative Wege hier völlig fehlen. Die Chesters treten nicht als Weltretter auf, sondern als Genießer, von gutem Essen (da werden die Weichen bekanntlich beim Anbau der Zutaten gestellt) und überhaupt der Natur. Es ist eine Welt der Wunder, wunderschön und staunenswert, die John Chester in großartigen Naturaufnahmen eingefangen hat. Dieses Staunen hat er auch als Bauer, wenn er natürliche Regulationsmechanismen entdeckt, die er als Problemlöser für seinen Hof nutzt, wenn etwa seine Enten eine fürchterliche Schneckenplage einfach wegfressen.

Leider sind die Musik und der Kommentar des Films immer wieder fürchterlich sentimental. Richtig schlimm ist es nach dem Tod des Hundes Todd, Molly und John hatten da gerade ein Baby bekommen: "Es war, als spürte er, dass seine Rolle in unserem Leben vollendet wäre", heißt es da. "Wir hatten jetzt jemand anderen, für den wir stark sein mussten." Das ist nicht nur kitschig, sondern reduziert das angebliche Familienmitglied Todd dann doch wieder auf die Rolle eines Nutztieres, das seinen Dienst getan hatte.

Zu den Erfahrungen, die Molly und John als Farmer machen, gehört allerdings auch die, dass es den angestrebten Einklang oder gar eine Einheit mit der Natur nicht geben kann. Statt in Harmonie mit der Natur lebten sie, wie es am Ende heißt, mit ihr "auf einem angenehmen Level von Disharmonie".

All rights reserved Süddeutsche Zeitung. Provided by Süddeutsche Zeitung Archiv
epd Film, 12/21/2019
All rights reserved epd Film. Provided by epd Film Archiv
Feature: What is organic farming?
/ FuseSchool
en / 12/21/2019 / 03‘51‘‘

Feature: Organic food - hype or hope?
/ Deutsche Welle
en / 12/21/2019 / 42‘33‘‘

Interview with John and Molly Chester
/ Rama's Screen
en / 12/21/2019 / 06‘18‘‘

Movie Datao

Other titles
The Biggest Little Farm - Unsere grosse kleine Farm DE
Genre
Documentary 
Running time
91 Min.
Original language
English
Ratings
cccccccccc
ØYour rating8.1/10
IMDB user:
8.1 (4661)
cinefile-user:
< 10 votes
Critics:
< 3 votes

Cast & Crewo

John ChesterHimself - Narrator
Molly ChesterHerself
John ChesterDirected by
MORE>

Bonuso

iVideo
Feature: What is organic farming?
FuseSchool, en , 03‘51‘‘
s
Feature: Organic food - hype or hope?
Deutsche Welle, en , 42‘33‘‘
s
Interview with John and Molly Chester
Rama's Screen, en , 06‘18‘‘
s
gText
Interview with director John Chester
Picture House / Elena Lazic
s
Review Süddeutsche Zeitung
Martin Knoben
s
Review epd Film
Katrin Hoffmann
s
We use cookies to offer you an individually customized service (for details see our privacy policy.) By continuing to surf on cinefile.ch you agree to our cookie policy.