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Dolor y gloria

Pedro Almodóvar, Spain, 2019o

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Salvador Mallo, a filmmaker in the twilight of his career, is invited to presented his most important work at a retrospective in Madrid. Memories come crashing down on him and Salvador begins to reflects on his life and on the choices he has made. His childhood, his first love, his discovery of cinema: they all reappear with searing, painful vividness.

Meisterhaft, wie Pedro Almodóvar seine persönliche Geschichte erzählt und die biografischen Spuren dabei doch gekonnt verwischt. Antonio Banderas, sein Weggefährte aus ersten Tagen, ist die ideale Besetzung für sein anderes Ich, Penelope Cruz spielt in den Rückblenden die Mutter des Regisseurs. Und alles kulminiert in einer wunderschönen Schlusseinstellung.

Matthias Lerf

L’éclatante réussite de Douleur et Gloire confirme, après Julieta, le regain de puissance émotionnelle du cinéma de Pedro Almodóvar.

Jean-Sébastien Chauvin

Avec son dernier long-métrage, en compétition à Cannes, le cinéaste espagnol livre son film le plus achevé depuis Volver, et le plus étourdissant depuis Parle avec elle.

Thomas Sotinel

Un cinéaste vieillissant se plonge dans les méandres de son passé. Autobiographie ou fiction ? L’Espagnol brouille les pistes autant qu’il se dévoile. Avec brio.

Louis Guichard

Galleryo

Variety, 5/16/2019

From Peter Debruge

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cineuropa.org, 3/20/2019

From Alfonso Rivera

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BFI, 12/11/2016

From Samuel Wigley

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Variety, 5/8/2019

From Henry Chu

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6/12/2019

From Doris Senn

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7/22/2019
Erziehung eines Herzens

Von Schmerzen geplagt, schaut Pedro Almodóvar auf sein Leben zurück: "Leid und Herrlichkeit" ist sein bislang persönlichster Film - fast eine intime Autobiografie, am Ende aber doch ein strahlend überhöhtes Stück Kino.

From Rainer Gansera

Frauen unter sich, im Universum vom Pedro Almodóvar ist das ein Glücksversprechen. Sind die Männer abwesend, dann wird - wir wissen es aus "Alles über meine Mutter" oder "Volver" - alles gut. Wie beim Wäschewaschen am Fluss, im ländlichen Spanien des Jahres 1953. Der vierjährige Salvador krabbelt auf seiner Mama (bezaubernd: Penélope Cruz) herum, die Frauen machen sich über die Mannsbilder lustig, und wenn sie die weißen Leintücher zum Bleichen über die hohen Gräser am Flussufer legen, sehen sie aus wie Engel mit Riesenflügeln. Eine Frau beginnt zu singen.

Bis zu diesem Augenblick erscheint die Szene wie ein hübsches Genrebild idyllischer Kindheitserinnerung, doch dann gewinnt der Gesang Energie und Leidenschaft, der Rhythmus ergreift den Körper der Sängerin, sie beginnt zu tanzen, der Funke springt über - und plötzlich blüht die Szene mächtig auf, sie erstrahlt.

In Pedro Almodóvars autobiografischer Extravaganz "Leid und Herrlichkeit", in der ein alternder Filmemacher auf sein Leben zurückblickt, geht es um diese Momente des Aufblühens, um die Steigerung der Erinnerungsbilder vom Schönen ins Festliche. Ohne exaltiertes Pathos, doch mit flirrender Intensität darf alles leuchten: die feinnervig gezeichneten Figuren, die Melodie einer Szene, die Farben, vor allem das Rot, das er in jedem Ambiente, kontrastierend zu Blau/Grün/Grau, zur Geltung bringt. Almodóvar dekliniert seine Lieblingsfarbe exzessiv, vom Purpur bis zum Pop-Rosa, und setzt damit auf der Leinwand der Erinnerung die Akzente der Leidenschaft.

Der Titel ist missverständlich, er liest sich wie einer jener berühmten Romantitel, die aus gegensätzlichen beziehungsweise komplementären Begriffen gebildet sind: "Stolz und Vorurteil", "Väter und Söhne", "Krieg und Frieden". "Leid und Herrlichkeit" aber bezeichnet keine Polarität des Schicksals im allgemeinen Sinn, sondern meint einen anderen, ganz konkreten Erfahrungskontrast. Der Filmemacher Salvador Mallo wird von vielerlei Krankheiten und Gebrechen geplagt, und wenn er seine Schmerzen betäubt, erinnert er sich im Dämmerschlaf an die glückhaften Momente seines Lebens.

Nachts schickt er Stoßgebete zum Himmel, tagsüber ist er lieber Atheist

Gleich zu Beginn verblüfft eine vergnügliche Animationssequenz, die Salvadors Gebrechen wie in einem medizinischen Lehrfilm vorführt. Der leicht angegraute Künstler leidet an Tinnitus, Migräne, Rückenschmerzen, heftigen Schluckbeschwerden, dazu kommen noch seelische Nöte wie Panikattacken - und vor allem das Gefühl, völlig nutzlos zu sein. Das Filmemachen ist für ihn, den erfolgreichen und renommierten Regisseur, das ganze Leben, aber in seinem bemitleidenswerten Zustand kann er nicht mal ansatzweise an neue Projekte denken. Er scherzt: "Wenn ich nachts von drei verschiedenen Schmerzen attackiert werde, dann schicke ich ein Stoßgebet zum Himmel. Spüre ich aber tagsüber nur einen Schmerz, dann bin ich Atheist!"

Antonio Banderas - berühmt geworden mit Almodóvars frühen Filmen wie "Das Gesetz der Begierde" oder "Fessle mich!" - spielt diesen schmerzgeplagten, zum Nichtstun verdammten Mann hinreißend entspannt - im klaren Bewusstsein, Almodóvars Alter Ego zu verkörpern. Er versucht aber nicht, den Meister und langjährigen Freund zu imitieren, sondern lässt sich von dessen gestischem Minimalismus leiten. Daraus ergibt sich ein schöner Kontrast zwischen der nüchternen, mit Ironie aufgelockerten Schilderung des Alltags und den prachtvoll ausgemalten Lebenserinnerungen.

Der Film ist Dichtung und Wahrheit zugleich, Spiegel und Zauberspiegel

Erinnerungen stehen im Verdacht, Vergangenheit zu verklären, für Almodóvar aber ist Erinnerung keine Frage von Schönfärberei oder Wirklichkeitstreue, sondern der Versuch, die existenziell prägenden Mächte zu vergegenwärtigen. Geboren 1949, war er im kulturellen Aufbruch nach der Franco-Ära Vorreiter des jungen spanischen Kinos, er provozierte mit Hommagen an Kitsch und B-Picture-Trash, mit dem offenen Bekenntnis zur Homosexualität, mit seinem ungenierten Mix aus religiösen Symbolen und den schrillen Ritualen der Movida-Subkultur. "Wenn ich das kitschige Herz-Jesu-Bild in 'Fessle mich!' an den Anfang stelle", verkündete er damals, "will ich nicht auf das kirchliche Ehesakrament hinweisen, sondern darauf, dass für mich die Vereinigung zweier Menschen von Natur aus zur sakralen Sphäre gehört!" Das also hat er von seiner religiösen Erziehung erhalten: den Sinn für sakrale Sphären, für das Unantastbare, für die verehrungswürdigen existenziellen Mächte, und das sind in seinen frühen Filmen Sex und Eros, in den späteren die fürsorglichen Muttergestalten.

Alle Filme Almodóvars sind autobiografisch inspiriert und in freier Poesie ausgemalt. Dichtung und Wahrheit, Spiegel und Zauberspiegel. In "Leid und Herrlichkeit" öffnen sich Türen zu besonders intimen Räumen. Das beginnt damit, dass Salvador in Almodóvars eigener Wohnung einquartiert wird: ein mit zahllosen Skulpturen und Gemälden ausstaffiertes Luxusappartement, das jemand einmal abschätzig ein "Museum" nennt.

Die Rückblenden spannen Salvadors Lebensbogen in vier Kapiteln auf, durchstreifen Kindheit und Jugend, erzählen von der großen Liebe, vom Filmemachen als Lebensrettung, und schildern besonders eindringlich das, was Almodóvars persönlichste Themen berührt: das Erwachen des Begehrens im Blick auf den männlichen Körper, und die liebevolle Verehrung der Mutter.

In ihrer Jugend erinnert Salvador sie als schöne Zauberin, die eine traurige Wohnungshöhle in eine märchenhafte Schatzkammer verwandeln kann. Die alte, krank darniederliegende Mutter gibt ihm genaueste Anweisungen für ihre Beerdigung: Sie will die himmlischen Gefilde barfuß betreten und einen ganz bestimmten Rosenkranz um ihre gefalteten Hände gelegt bekommen.

In Cannes feierte man den 22. Spielfilm Almodóvars zu Recht als sein bisher persönlichstes Werk. Antonio Banderas erhielt den Darstellerpreis. In Interviews erwähnt Almodóvar seine Angst vor einem Gemütszustand, der das Leben ausbleicht, der es nur mehr stumpf und farblos erscheinen lässt. Wie einen mächtigen Bannspruch gegen solche Ängste hat er seinen herrlich aufstrahlenden, intim berührenden, in die Melancholie des Lebensherbsts getauchten Bilderreigen von "Leid und Herrlichkeit" entfaltet.

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Tages-Anzeiger, 5/19/2019
«Pedro Almodóvar schuldet mir keine Entschuldigung»

Antonio Banderas spielt den spanischen Kultregisseur – seinen früheren Weggefährten. Der Schaupspieler über die schwierigste Rolle seines Lebens.

From Matthias Lerf

Zu Beginn ihrer Karrieren, in den Achtzigerjahren in Madrid, waren Pedro Almodóvar und Antonio Banderas unzertrennlich. Schrille Filme haben sie gedreht und die in der Franco-Zeit erstarrte Gesellschaft aufgerüttelt. Aber dann verabschiedete sich der Schauspieler Richtung Hollywood, wurde dort Zorro und der gestiefelte Kater, während der Regisseur zu Hause blieb.

22 Jahre lang arbeiteten sie nicht mehr zusammen, 2011 gab es eine erste, komplizierte Annäherung. Jetzt aber haben sie in Cannes den neuen Film «Dolor y gloria» präsentiert, zeigten sich auf dem roten Teppich, als ob nichts gewesen wäre – obwohl Banderas vielleicht die schwierigste Rolle ­seines Lebens spielt: Pedro Almodóvar selber.

Als Ihnen Almodóvar die Rolle vorschlug, sagte er da: Du spielst mich?

Nein, er erwähnte es mit keinem Wort. Als er mir das Drehbuch schickte, warnte er mich nur, es gebe eine Menge Anspielungen an Menschen darin, die ich kenne. Diese Warnung war total überflüssig. Ich wusste sofort: Das ist er ­selber, der da im Zentrum steht. Sonnenklar. Aber wie sollte ich das spielen?

Wie?

Ich hatte keine Ahnung. Sollte ich ihn imitieren? So tun, als ob es ein ganz anderer Regisseur wäre? Ich wusste bei der Lektüre auch nicht, ob ich blonde Haare verpasst bekommen würde oder eine Glatze.

Jetzt sehen Sie aus wie er, mit hochgekämmter Frisur.

Eben. Oh mein Gott, dachte ich, der macht mich wirklich zu seinem Ebenbild. Er führte mich auch zu seinem privaten Kleiderschrank und sagte, schauen wir einmal, welche Kleider dir passen. Die Wohnung, in der wir drehten, befand sich zwar im Studio, ist aber eine exakte Kopie seiner eigenen Wohnung. Jedes Buch ist am richtigen Platz. Almodóvar ist diesbezüglich sehr pingelig, er glaubt, alle Zuschauer läsen die Titel auf den Buchrücken.

Sie sind also in seine Haut geschlüpft?

Ja und nein. Nicht alles, was zu sehen ist, stammt aus seinem Leben, aber es könnte so gewesen sein. Er liebt dieses Spiel und nennt es Autofiktion. Mir aber hat sofort gefallen, dass das Drehbuch so einfach und direkt war. Bei ihm gibt es ja sonst oft einen sehr barocken Überbau. Hier ist alles klar. Ich fragte ihn: Hast du das im Kloster geschrieben?

Ha! Hat er?

Nein. Aber die Geschichte ist wirklich entschlackt. Das ist anders als vor acht Jahren, als wir am Horrorfilm «La piel que habito» arbeiteten. Und uns ständig stritten.

Wegen des Drehbuchs?

Nein, vermutlich letztlich wegen mir. Wir hatten damals 22 Jahre nicht mehr zusammen gedreht. Und ich war fest gewillt, meinem Lehrmeister vorzuführen, was ich alles gelernt hatte: Schau, Pedro, was für ein toller Schauspieler ich geworden bin. Damit muss man ihm natürlich nicht kommen. Er hat alles daran gesetzt, mir das auszutreiben. Wohl zu Recht. Aber damals konnte ich es nicht akzeptieren.

Und heute?

Ging ich mit anderer Einstellung an die Arbeit: Höre, dieses Mal werde ich dein Soldat sein, sagte ich ihm. Er wurde lammfromm. Wenn man sich gegen ihn auflehnt, kämpft er wie ein Löwe. Er will dich immer aus der Komfortzone locken.

Haben Sie schliesslich seine Kleider tatsächlich getragen?

Einige schon. Bei anderen, die mir nicht passten, liess er eine Kopie anfertigen, in meiner Grösse. Zum Beispiel von einem ziemlich auffallenden roten Prada-Anzug, auf den er mächtig stolz ist.

Klagt Almodóvar wirklich über so viele Krankheiten wie der Regisseur im Film?

Oh ja. Da ist nichts übertrieben.

Raucht er Heroin?

Nein, das hat er nie getan. Das ­gehört zur Autofiktion. Ich sage nicht, dass er keine Drogen konsumierte. Aber vor Heroin hatte er immer Angst und einen Bogen darum herum gemacht.

Hat er je Schauspieler so mies behandelt wie im Film?

Das ist komplexer. Es ist zwar nur eine Figur, aber ich weiss immer, wer damit gemeint ist. Manchmal ist es Carmen Maura, manchmal jemand anderes, manchmal bin ich es. «Dolor y gloria» ist für mich sein Versuch, um Verzeihung zu bitten. Und zwar auf seine Art: Er rotzt alles raus, was es zu sagen gibt. Dann macht er einem das einzige Geschenk, das von Herzen kommt: ein wunderbares Drehbuch.

Haben Sie das Gefühl, er müsse Sie um Verzeihung bitten?

Nein. Wenn meine Karriere nur aus den acht Filmen bestehen ­würde, die ich mit ihm gedreht habe, hätte es sich bereits gelohnt. Er schuldet mir keine Entschuldigung. Es gibt so viel, was ich von ihm gelernt habe. Aber nicht nur ich, sondern das ganze Land.

Wie meinen Sie das?

«La ley del deseo» war 1987 ein sehr riskanter Film im katholisch-spanischen Umfeld. Und eine Art Augenöffner, weil ich darin einen Mann küsse. Dass ich auch jemanden von der Klippe schmeisse, hat niemanden aufgeregt. Die Liebesszene aber schon. Da begannen wir uns erstmals zu fragen: Was ist falsch mit unserer Moral?

Sie haben einige homosexuelle Charaktere gespielt.

Kein Heterosexueller hat das so oft getan wie ich. Gut so.

Ihr Durchbruch in Hollywood kam im Aids-Drama «Philadelphia».

Da habe ich ebenfalls von Almodóvar profitiert. Europa war – auch dank seiner Filme – viel fortschrittlicher als Hollywood. Es gibt da diese Szene in «Philadelphia», in der ich Tom Hanks im Spital ­besuche. «Ich küsse dich auf den Mund», sagte ich ihm bei der Probe. Das stand nicht im Drehbuch.

Es war Ihre Idee?

Ja. Tom hat zuerst etwas irritiert reagiert. Aber ich insistierte: «Ich bin dein Boyfriend, ich küsse dich jetzt auf den Mund.» – «Mach es!», antwortete er. Und er ist mir bis ­heute dankbar dafür.

War Ihr Weggang nach Hollywood auch eine Flucht, weil Sie nicht mehr der Almodóvar-Boy sein wollten?

Vielleicht empfand ich es auch ein wenig als Befreiung. Aber das war nicht der Hauptgrund. In meiner Kindheit war Hollywood dieser unerreichbare Traum. Und dann hatte ich plötzlich eine Chance. Es war ein Abenteuer, und es ist noch nicht zu Ende. Ich habe versucht, das voll auszuleben.

Sind Sie ruhiger geworden, mit 58 Jahren?

Natürlich. Sie nicht?

Melancholischer?

Nein. Ja. Ich weiss es nicht. ­Darum geht es ja in diesem Film. Almodóvars wichtigste Regieanweisung war: Verstecke deine Krankheit nicht!

Sie hatten einen Herzinfarkt, vor zwei Jahren.

Genau. Almodóvar behauptet, seitdem sehe er etwas in meinem Gesicht, das vorher nicht da war. Sie haben mich in London operiert. Eine ältere Krankenschwester hat sich rührend um mich gekümmert. Sie sagte: «Sie werden etwas Seltsames erleben und sehr traurig sein.» – «Werde ich Depressionen haben?», wollte ich wissen. Sie antwortete: «Nein, Depression ist ein medizinischer Befund. Sie aber werden einfach traurig sein.»

War es so?

Ja. Normalerweise bringt mich nichts zum Weinen. Aber in dieser Zeit brach ich bei jeder Kleinigkeit in Tränen aus. Und merkte, dass das Herz wirklich ein besonderes Organ ist. Man sagt schliesslich, «ich liebe dich von ganzem Herzen», und nicht «ich liebe dich mit ganzem Hirn». Und man sagt nicht, «du hast mir die Nieren ­gebrochen». Das Herz ist zentral, meines war lädiert. Und Almo­dóvar wollte, dass man das sieht.

Wie krank ist er selber?

Manchmal verkriecht er sich wochenlang in der Wohnung. Rückenschmerzen, Migräne, was weiss ich. Die einzige Zeit, in der er nicht so ist, sind die Dreharbeiten. Die sind wie eine Droge. Er lebt richtig auf. Das tut er sonst nur noch an Filmfestivals. Darf ich noch ein wenig melancholisch sein?

Bitte.

Ich erinnere mich, als wir «Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs» in Venedig zeigten. Gleichzeitig lief «The Last Temptation of Christ» von Martin Scorsese. Die Stadt war in Aufruhr, Priester demonstrierten gegen den Film. Scorseses Team hatte die Pressekonferenz gerade vor unserer, unzählige Journalisten blieben im Saal sitzen, sprachen ernsthaft über Jesus und Sünden. Dann kamen wir herein, rosa und himmelblau angezogen, schrien und hüpften herum. Rossy de Palma zog ihr T-Shirt hoch und präsentierte ihren Busen. Es war eine Freakshow, wir waren die Verrückten aus Spanien.

Die Clowns?

Ich bevorzuge verrückt. Wir ­waren total neben den Schuhen, aber wir wussten auch, dass wir auf diese Art Orte erschlossen, die sonst unerreichbar gewesen wären.

Und jetzt, in Cannes, bekommt Almodóvar endlich seine Goldene Palme?

Schön wärs. Er hat sie längst verdient. Aber Jurys sind unberechenbar. Dafür sind wir, wie gesagt, ein wenig gelassener.

Letztes Mal sagte Almodóvar vor Cannes, seine einzige Sorge sei, dass ihm der Abendanzug nicht passe.

Davor hat er wirklich panische Angst. Das war schon immer so. Als wir «La ley del deseo» vor Jahren in New York präsentierten, kam er auf die Bühne und sagte, er sei sehr nervös ...

... weil der Film für die USA eine Provokation war?

Das dachten alle. Liza Minnelli sass im Publikum, die ganze New Yorker Prominenz. Aber er fuhr fort: «Ich bin nicht wegen des Films nervös, ich weiss, dass ihr ihn lieben werdet. Aber ich habe dieses Jackett gekauft und bin nicht sicher, ob es wirklich schön ist.» Dazu tänzelte er herum, bekam den ersten Applaus des Abends. Damit war – wie wir sagen – der Fisch verkauft. Der Film wurde ein Erfolg.

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Le Parisien, 5/16/2019

From Catherine Balle

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Antonio Banderas pour "Douleur et gloire"
Yann Barthes / TMC - Quotidien
fr es fr / 5/10/2019 / 19‘30‘‘

Kurzbiographie: Pedro Almodóvar
Luc Lagier / ARTE
de / 5/5/2014 / 4‘02‘‘

Pedro Almodóvar discusses his life and career
Richard Peña / Film at Lincoln Center
en / 10/25/2011 / 46‘26‘‘

"Madrid, die Movida von Pedro Almodóvar" (Dokumentation)
Caroline Diebold / ARTE
de / 11/12/2017 / 12‘05‘‘

Antonio Banderas teaches Spanish slang
/ Vanity Fair
en / 4/22/2018 / 3‘43‘‘

Movie Datao

Other titles
Douleur et gloire FR
Pain & Glory EN
Genre
Drama
Running time
108 Min.
Original language
Spanish
Ratings
cccccccccc
ØYour rating7.7/10
IMDB user:
7.7 (13308)
cinefile-user:
< 10 votes
Critics:
< 3 votes q

Cast & Crewo

Antonio BanderasSalvador Mallo
Asier EtxeandiaAlberto Crespo
Leonardo SbaragliaFederico
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ARTE, de , 12‘05‘‘
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Vanity Fair, en , 3‘43‘‘
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Review Variety
Peter Debruge
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8½ films inspired by Fellini's "8½"
BFI / Samuel Wigley
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Interview with Pedro Almodóvar and Antonio Banderas
Variety / Henry Chu
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Review Filmbulletin
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Review Süddeutsche Zeitung
Rainer Gansera
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Interview mit Antonio Banderas
Tages-Anzeiger / Matthias Lerf
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Review Le Parisien
Catherine Balle
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