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Ad Astra

James Gray, USA, 2019o

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Astronaut Roy McBride must undertake a harrowing journey to the edge of our solar system when his long-lost scientist father seems to have resurfaced despite having been declared dead many years ago.

Nach Tarantinos Film hat Brad Pitt seinen zweiten großen Auftritt in diesem Kinojahr als Astronaut, der zum Neptun fliegt. Um seinen vermissten Vater zu suchen, der nach außerirdischem Leben suchte. Wie in James Grays "Die Verlorene Stadt Z" führt auch hier die Reise ins Unbekannte zurück in die Enge der Familie. Der Weltraum ist blass und einsam, und der Film unglaublich intelligent und beklemmend.

Philipp Stadelmaier

Wenn man eine gefühlskalte Hauptfigur auf Reisen schickt, ist das für einen geschätzte 87 Millionen Dollar teuren Blockbuster eine Zitterpartie. Umso mehr, als Produzent und Hauptdarsteller Brad Pitt nicht gerade als versierter Charakterdarsteller bekannt ist. Ad Astra will Unterhaltung sein und zugleich Sinnsuche und Introspektion. Das wirkt schwerelos und beschwerlich zugleich.

Hans Jürg Zinsli

Avec son septième film, le réalisateur américain réussit une œuvre aussi ample qu’intimiste. Un chef-d’œuvre.

Jean-Marc Lalanne

Sans se défaire de l’élégance et de la mélancolie qui teintent ses précédents films, James Gray poursuit son exploration des relations familiales dans une quête sidérale sidérante.

Elisabeth Franck-Dumas

Le film impressionne par sa façon de plonger le spectateur dans l'espace et par ses scènes d'action spectaculaires. On n'a jamais filmé aussi bien l'intérieur des vaisseaux spatiaux, la beauté des planètes et de la galaxie.

La Rédaction

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Sight & Sound, 8/30/2019
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Variety, 8/28/2019
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Tages-Anzeiger, 8/28/2019
Zum Neptun mit Brad Pitt

Im Science-Fiction-Film «Ad Astra» spielt Brad Pitt einen gefühlskalten Astronauten. Am Filmfestival Venedig erklärte er, wieso.

From Hans Jürg Zinsli

Eine Reise kann aufregend sein, bilderreich, erfrischend. Sie kann aber auch zum beschwerlichen Trip ausarten wie in «Ad Astra», dem jüngsten Film in einer ziemlich konstanten Abfolge von Science-Fiction-Werken, die unlängst zu sehen waren. Und dabei ist der letztjährige Venedig-Eröffnungsfilm «First Man» über Neil Armstrong & Co. nicht mal mitgezählt. Brad Pitt gibt nun im Film von James Gray den gefühlskalten Astronauten Roy McBride, der zum Neptun reisen soll, wo sein Vater (Tommy Lee Jones) ein Ausserirdischen-Suchprojekt am Laufen hält, welches das gesamte Sonnensystem gefährdet.

Brad Pitt, der nach einem Abstecher nach Cannes (mit Quentin Tarantinos «Once Upon a Time… in Hollywood») jetzt auch das Filmfestival Venedig beehrt, klagt beim Interviewtermin als Erstes über Jetlag. Ein bisschen jedenfalls. Und sagt dann: «Bevor ich 23 war, bin ich nie mit einem Flugzeug geflogen.» Es ist sozusagen die Startrampe, um ein paar filmspezifische Bonmots loszuwerden: «Ich sehe meinen Vater in allem, was ich tue. Er war arm und wollte uns ein besseres Leben ermöglichen, aber ich merke, dass ich ihn heute noch oft imitiere oder gegen ihn rebelliere.» Was wiederum zu Pitts Interesse an zeitgenössischen Abbildern von Männlichkeit führt: «Amerika pflegt noch immer das Ideal jenes Marlboro-Mannes, der hoffnungsvoll aufbricht und immer gewinnt.» So durchtrainiert, wie er als 55-Jähriger aussieht, würde er das zweifellos immer noch verkörpern können.

Die Einsamkeit nimmt zu, der Tränenfluss ebenfalls

Aber was hat das mit dem Weltraumabenteuer «Ad Astra» zu tun? Nun, es gibt da zum Beispiel jene Verfolgungsszene auf dem Mond, die der Kameramann Hoyte van Hoytema – ansonsten für epische Bilder bei Christopher Nolan («Dunkirk», «Interstellar») zuständig – wie eine Pferdeverfolgungsjagd aussehen lässt. Einfach mit «Mad Max»-Vehikeln statt Pferden. Und Roy, der Rastlose, reist weiter und weiter, erst zum Mars, dann zum Neptun. Die Einsamkeit nimmt zu, der Tränenfluss hinter dem Astronautenhelm ebenfalls. Warum?

Regisseur James Gray, ebenfalls Jetlag-geschüttelt, sagt: «Filme sind ja immer auch Metaphern. Und wenn man Einsamkeit ausdrücken will, kommt einem das Weltall sehr gelegen.» Gray hat bislang vor allem New Yorker Milieugeschichten gedreht, sein Debüt «Little Odessa» wurde vor 15 Jahren in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Zuletzt brachte er den Abenteuerfilm «The Lost City of Z» ins Kino. Jetzt meint Gray: «Wenn ich mich nicht durch mein Werk zeige, was hätten Filme dann für einen Wert?»

Entsprechend oft fällt im Interview das Wort Krise. Und Gray ist erstaunlich offen, was seiner Ansicht nach deren Ursprung betrifft: «1991 verschwand mit der Sowjetunion ein Gegengewicht zum heutigen Kapitalismus. Die Suche nach Aliens, wie sie Roys Vater in meinem Film betreibt, ist letztlich ein Symbol der Verzweiflung, weil es keine Alternative mehr gibt. Das wollte ich auf künstlerische Art ausdrücken.»

Solche Worte hört man aus den USA selten. Was Gray ausdrücken will, kann man in diesem Film allerdings gut erkennen: Die Bildsprache und die offensive Soundkulisse arbeiten auf permanente Überwältigung hin. Die Handlung bleibt dagegen oft nebulös, die Figuren wirken unterkühlt, die Perspektive erscheint wacklig. Und manchmal ist es, als ob man gleichzeitig in einem Mainstream- und einem Independentfilm sitzt. Kann das funktionieren?

Was James Gray betrifft: Nach zahlreichen Flops würde ihm ein Erfolg natürlich guttun. Viel dringender brauchte jedoch 20th Century Fox einen Erfolg. Das Hollywoodstudio, das jüngst von Disney geschluckt wurde, hatte in diesem Jahr ausser Misserfolgen («X-Men: Dark Phoenix») und mehreren Entlassungswellen wenig zu melden. James Gray weiss das und formuliert es so: «Als amerikanischer Filmemacher muss man akzeptieren, Teil eines ethisch bankrotten Systems zu sein. Alles, was ich tun kann, ist auf meine Art zu zeigen, was in der Welt gerade falsch läuft.» Das kann dann, wie im Fall von «Ad Astra», aufregend und beschwerlich zugleich sein.

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9/16/2019
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Tages-Anzeiger, 9/18/2019
Die Suche nach Aliens steht für Traurigkeit

Im Interview sagt der Regisseur James Gray, weshalb er in seinem Film «Ad Astra» Brad Pitt zum Neptun schickt.

From Hans Jürg Zinsli

Sie haben bislang hauptsächlich Milieugeschichten in New York gedreht. Wie kamen Sie auf die Science-Fiction?

Spielfilme sind ja immer auch Metaphern. Wenn man Einsamkeit und Leere darstellen will, gibts keine bessere Metapher als den Weltraum. Ausserdem ist die nahe Zukunft eine gute Möglichkeit zu zeigen, was mit der Gegenwart nicht stimmt.

Was stimmt nicht mit der Gegenwart?

Es ist ziemlich schwierig, die Welt anzuschauen mit ihrem unkontrolliert wuchernden Kapitalismus: Zum Beispiel verdienen die vier reichsten Menschen pro Jahr mehr als 95 Prozent der Weltbevölkerung. Zudem geht das Klima kaputt, und wir haben einen US-Präsidenten, für den ich mich schäme.

Was tun Sie dagegen?

Ich versuche, diese Dinge filmisch zu reflektieren. Die Suche nach Aliens in «Ad Astra» ist für mich das Abbild einer tiefen Traurigkeit, die wir Menschen derzeit verspüren. Ich habe mich inten­siv damit beschäftigt und glaube, dass dafür das Jahr 1991 von zentraler Bedeutung ist: Damals löste sich die Sowjetunion auf. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin kein Anhänger sozialistischer Diktaturen. Aber seit 1991 gibt es keine Alternative mehr zum Kapitalismus.

Wie halten Sie es in der Unterhaltungsindustrie aus?

Als amerikanischer Filmemacher muss man akzeptieren, Teil eines ethisch bankrotten Systems zu sein. Was ich tun kann, ist, diese spirituelle Krise zum Thema zu machen und sie mit einer persönlichen Vater-Sohn-Geschichte zu verknüpfen. So bringe ich mich selbst in mein Werk ein. Was hätten Filme sonst für einen Wert? Ausserdem spült man ja nicht einfach Geld die Toilette runter, indem man einen Film dreht, sondern man beschäftigt Spezialisten, die einem helfen, eine Vision umzusetzen. Das ist das Gute.

Sie haben mal gesagt, «Ad Astra» sei ein Mix aus «2001: A Space Odyssey» und «Apocalypse Now».

Ja, aber im Scherz. Ich hätte das nicht sagen sollen. Ich möchte nicht, dass jemand denkt, dass ich einen so guten Film wie diese beiden gemacht hätte. Wissen Sie übrigens, welches die lustigste Szene in Kubricks «2001» ist?

Nein.

Als der amerikanische Astronaut auf dem Mond landet und diesen schwarzen Monolithen entdeckt. Und alles, was ihm dabei in den Sinn kommt, ist ein Foto zu schiessen.

Warum auch nicht?

Stimmt. Es ist verrückt, aber gut. Und sehr menschlich, eine Art Überlebensmuster sogar.

Wovon liessen Sie sich für «Ad Astra» beeinflussen?

Vor allem von Avantgarde-Filmen aus den Sechzigerjahren. Und von der Musique concrète, die damals mit Toneffekten experimentierte, sogenannten Tape Loops. Die ziehen sich durch den ganzen Film. Bereits zu Beginn hört man die sich ständig wiederholende Stimme von Tommy Lee Jones: «I love you, my son, I love you, my son.»

Wie kamen Sie darauf?

Ich recherchierte über die Bedingungen von Einzelhaft im Gefängnis. Dabei fand ich heraus, dass die Sträflinge oft Stimmen im Kopf haben, die sie fast verrückt werden lassen, weil sie sie nicht abstellen können. Für die Reise, die meine Hauptfigur zum Neptun auf sich nimmt, schien es mir naheliegend, solche Tape Loops zu verwenden. Sie waren das Ähnlichste, das ich zu diesen Stimmen im Kopf finden konnte.

Gibt es weitere Referenzpunkte?

Manche Leute denken, «Ad Astra» sei ein Western im Weltall. Im Grunde hatte ich jedoch «Moby-Dick» im Kopf, insbesondere für den Vater des Astronauten, den ich als eine Art Kapitän Ahab sehe. Er sagt manchmal fast dieselben Worte: «Seit dreissig Jahren esse ich diese Nahrung, seit dreissig Jahren atme ich diese Luft.» Bloss ist das mit den Referenzen so eine Sache.

Warum?

Bei meinem ersten Film «Little Odessa» bekam ich zu hören: «Da sind Sie aber stark von Andrzej Wajda beeinflusst, das Ende ist identisch.» Es war als Kompliment gemeint. Aber ich hatte bis dahin, ich war 24, nahezu nichts von Wajda gesehen. Was ich sagen will: Selbst wenn man gewisse Filme nicht gesehen hat, so bedient man sich unbewusst trotzdem bei ihren Bildern.

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Tages-Anzeiger, 9/17/2019
Wir hinterfragen dieses Männlichkeitsbild

Scheidung und Alkohol sind passé: Brad Pitt über seinen neuen Film «Ad Astra», Maskulinität und die Beziehung zu seinem Vater.

From Hans Jürg Zinsli

Er trägt eine Schiebermütze und viel Gold um den Hals und die Handgelenke. Das T-Shirt lässt die Muskeln zur Geltung kommen, die sich Brad Pitt einst für «Troja» (2004) antrainiert hatte. Unter den vielen Tattoos fällt am rechten Bizeps ein neues auf: Es zeigt einen Mann, der über seinem Schatten steht.

Seit Pitt «Once Upon a Time... In Hollywood» in Cannes präsentierte, laufen die Dinge wieder rund beim Amerikaner. Zuvor hatte er bloss noch wegen des Scheidungskriegs mit Angelina Jolie und Alkoholmissbrauchs Schlagzeilen gemacht, als Schauspieler war er kaum noch präsent. In Venedig aber spürt man: Der Star geniesst die aktuelle Aufmerksamkeit, den Erfolg mit Tarantino, und er will reden. Auch deshalb, weil der Science-Fiction-Film «Ad Astra» von seiner Firma Plan B mitproduziert wurde und weil das von Disney aufgekaufte Fox-Studio nach zahlreichen Flops dringend einen Hit braucht.

In «Ad Astra» spielt Pitt den gefühlskalten Astronauten Roy McBride, dessen Vater (Tommy Lee Jones) vor zwanzig Jahren bei einer Weltraummission verschwand, als es darum ging, ausserirdisches Leben zu finden. Als nun Energiewellen aus der Gegend des Neptuns das ganze Sonnensystem gefährden, wird Roy dorthin geschickt, um seinen Vater – falls er noch lebt – zur Vernunft zu bringen.

Mister Pitt, Sie haben das Kino der letzten Jahrzehnte als Megastar geprägt. Gibt es etwas, das Sie bescheiden bleiben lässt?

Okay, ich habe in vielerlei Hinsicht den Jackpot getroffen. Aber im Grunde bin ich noch immer jener Junge aus Missouri, der als Teenager an seinem Auto herumwerkelte und der oft nicht wusste, wo sein Platz ist. Als ich 1985 nach Los Angeles zog, um Schauspieler zu werden, war ich ein Nobody. Zudem bin ich nie mit einem Flugzeug geflogen, bevor ich 23 war.

In «Ad Astra» machen Sie sich per Rakete auf die Suche nach Ihrem Vater. Wie ist das Verhältnis zu Ihrem eigenen Vater?

Ich sehe ihn in allem, was ich tue: Manchmal ahme ich ihn nach, manchmal lehne ich mich gegen ihn auf. Er kam aus grosser Armut und wollte uns ein besseres Leben ermöglichen. Weil «Ad Astra» dieses Thema anspricht, geht mir der Film besonders nahe.

Gab es beim Dreh etwas, das besonders herausfordernd war?

«Ad Astra» ist ja sozusagen die Antithese zu Quentin Tarantinos «Once Upon a Time… In Hollywood». Dort ging es um das Kino und das Fernsehen in den Sechzigerjahren. In «Ad Astra» gehts um Introspektion. Dafür musste ich als Schauspieler gnadenlos aufrichtig sein und mich in Zonen begeben, die kein Vergnügen waren. Vorher und nachher haben wir am Set viel gelacht, man kann ja nicht den ganzen Tag griesgrämig sein. Aber wenn ich beim Dreh nicht alles gegeben hätte, würde man es auf der Leinwand sehen – und dann wäre der Film bedeutungslos.

Pitt spricht in seinem typisch schleppenden Duktus, der manchmal etwas Verschmitztes und Verwaschenes hat. Zwischendurch ringt er nach Worten und bittet um Geduld. Er möchte präzise sein. Einmal entschuldigt er sich, er sei gerade aus Los Angeles eingeflogen und leide an Jetlag. Dabei schwenkt er sein Glas mit Coca-Cola. Seit zwei Jahren, heisst es, sei er trocken.

In «Ad Astra» stecken Sie die meiste Zeit in einem Astronautenanzug, Ihr Gesicht ist hinter einem Helm verborgen.

Ja, und dann sollte man noch Emotionen zeigen, nicht wahr? Das war schon eine Herausforderung. Als Schauspieler muss man jedoch mit solchen Unannehmlichkeiten umgehen.

Der Film spricht verschiedene Themen an – die Suche nach ausserirdischem Leben, nach Männlichkeit…

Regisseur James Gray hatte viele gute Ideen. Er interessierte sich unter anderem für die Banalität des Reisens und erwähnte immer wieder ein Zitat von «2001: A Space Odyssey»-Autor Arthur C. Clarke: «Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir sind allein im Universum – oder wir sind es nicht. Beide Optionen sind gleichermassen verstörend.»

Und wie ist das mit der Maskulinität?

Ich selbst bin noch mit diesem Bild aufgewachsen, dass man sich dann männlich verhält, wenn man keine Schwächen zeigt und sich unverwundbar gibt. Wenn man das tut, verleugnet man jedoch einen Teil von sich selbst, indem man Schmerzen, Verlust und Trauer nicht zulässt. Es gibt jedoch viele Amerikaner, die diese Vorstellung des Marlboro-Manns, der immer gewinnt, heute noch mit sich rumtragen. Dazu haben auch Filme viel beigetragen. In «Ad Astra» hinterfragen wir jedoch genau dieses Männlichkeitsbild.

Pitt hakt nach, ob die Frage damit ausreichend beantwortet sei, wohl wissend, dass die Zeit mit ihm begrenzt ist. Dann möchte eine Journalistin aus der kleinen Runde wissen, wie sich seine Perspektiven über die Zeit verändert hätten. «Sie waren so gutaussehend und…» – «So so», sagt der 55-Jährige. «Und inzwischen bin ich einfach nur alt?» Er schickt ein dunkles, meckerndes Lachen hinterher. Dann sagt er:

«Es gibt zwei Möglichkeiten – man kann seinen Egoismus kultivieren oder man kann versuchen, weiser zu werden. Das gilt vermutlich für alle Berufe. Ich bin stolz darauf, ein bisschen wie die Vaterfigur in ‹Ad Astra› zu sein: Ich akzeptiere, was meines Weges kommt. Das eröffnet Möglichkeiten, an denen man wachsen kann. Ich interessiere mich heute zum Beispiel mehr für Philosophie, mit den Stoikern kenne ich mich gut aus. Wobei es mich immer wieder erstaunt, wie weit die Griechen damals unserer Zeit voraus waren. Oder ist es andersrum und wir haben in 2000 Jahren bloss so wenig gelernt?»

Sie sind bei «Ad Astra» nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Produzent engagiert. Welche Strategien verfolgen Sie mit Ihrer Firma Plan B?

Im Grunde zählt bei uns nur die Qualität. Aber ehrlich gesagt: Filme sind immer auch eine Lotterie. Man weiss nie, worauf man sich am Anfang eines Projekts einlässt und was dann zweieinhalb Jahre später rauskommt. Das ist leider auch der Grund, weshalb die grossen Hollywoodstudios immer weniger Risiken eingehen: Filme sind teuer, nicht nur bezüglich Herstellung, sondern auch punkto Werbung. Die Studios machen deshalb überwiegend Spektakelkino. Filme jedoch, die sich mit Wahrheitssuche befassen, finden nur noch in Nischen statt. Bei «Ad Astra» haben wir versucht, beides zu kombinieren.

Als Produzent haben Sie für «12 Years a Slave» (2014) einen Oscar gewonnen. Rechnen Sie bei «Ad Astra» ebenfalls mit einer Auszeichnung?

Um das abzuschätzen, ist es noch zu früh. Fürs Erste bin ich einfach gespannt, wie der Film beim Publikum ankommt. Das Ziel ist ja, dass man etwas gemacht hat, das hoffentlich in zehn oder zwanzig Jahren für die Zuschauer noch von Bedeutung ist.

Okay, aber wollen Sie mit «Ad Astra» gewinnen oder nicht?

Die Oscars sind ja ganz nett, aber das ist ein Nebenprodukt in unserem Business. Mal kommt dieser gross raus, mal jene. Ich freue mich, wenn Freunde von mir gewinnen. Aber wenn du nur deshalb im Business bist, um Oscars zu gewinnen, dann hast du verloren.

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Ad Astra - Zu den Sternen DE
Genre
Science fiction
Running time
122 Min.
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English
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Brad PittRoy McBride
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