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Hors normes

Eric Toledano, Olivier Nakache, France, 2019o

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For twenty years, Bruno and Malik have lived in a different world: the world of autistic children and teenagers. In charge of two separate nonprofit organizations, they both train young people from underprivileged areas to be caregivers for extreme cases that have been rejected by all other institutions. In this unusual setting, these very different individuals soon form a unique partnership.

Immer wieder zieht Joseph die Notbremse. Und immer wieder sagen sie ihm, er solle das lassen. Die Sozialarbeiter Bruno und Malik (Vincent Cassel, Reda Kateb) bringen viel Geduld auf für jugendliche Autisten, für Verweigerer, Problemfälle und Notbremsenzieher. Doch in Zeiten von Rationalisierung und Effizienz finden sie dafür immer weniger Verständnis. Ein sozialkritisches Lehrstück ist der neue Film des "Ziemlich beste Freunde"-Duos Olivier Nakache und Éric Toledano zum Glück aber nicht, dafür macht er zu viel Spaß, ist gefühlvoll und mitreißend.

Josef Grübl

Seit Intouchables 2011 einschlug, wurde in Frankreich eine Reihe ähnlicher Geschichten verfilmt, die Helden des Alltags in den Mittelpunkt rücken. Hors normes stammt sogar von den gleichen Regisseuren wie der Ursprungsfilm. Wieder basiert die Geschichte auf wahren Begebenheiten, und erneut fehlt es weder an Herz noch an Humor.

Murièle Weber

Ces artisans de l’insertion à l’optimisme forcené prennent pourtant en charge des personnes dont aucune structure ne veut. Complètement hors cadre, néanmoins indispensables. Comme ce film précieux.

Christophe Caron

Hors normes brille aussi par ses respirations comiques, comme ces moments chahuteurs et gais où tous les aidants, blancs, noirs, musulmans décompressent et dînent ensemble dans le petit restaurant de deux frères… hassidiques.

Guillemette Odicino

Un véritable chef-d’œuvre humaniste, qui rend un hommage immense au combat que des femmes et des hommes engagent tous les jours au service des personnes autistes. Hors Normes est un film rare et intense, écrit comme un appel à l’espérance et qui nous oblige au bonheur.

Laurent Cambon

Galleryo

Variety, 6/21/2019
All rights reserved Variety. Provided by Variety Archiv
12/3/2019
Wir finden eine Lösung

Éric Toledano und Olivier Nakache lieben Inklusion und Repetition - auch in Alles außer gewöhnlich.

From Josef Grübl

Immer wieder zieht Joseph die Notbremse. Er zeigt schwer autistische Verhaltenszüge und wird von einem Laiendarsteller namens Benjamin Lesieur gespielt, der selbst Autist ist. Der junge Mann müsste Metro fahren, dann könnte er vielleicht sogar am Arbeitsleben teilnehmen - wäre da nicht, als unwiderstehliche Verlockung, die Notbremse. Immer wieder sagt ihm Bruno, sein ältester Betreuer, dass er die Notbremse in Ruhe lassen muss. Immer wieder verspricht Joseph, sich endlich daran zu halten - bis alles von vorn losgeht.

In ihrem neuen Film "Alles außer gewöhnlich" entdecken Éric Toledano und Olivier Nakache Parallelen zwischen Filmemachern und Autisten: Beide finden manchmal Gefallen an repetitiven Ritualen. Die französischen Regisseure bringen in ihren Filmen oft Menschen zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Inklusion und Information scheinen ihnen wichtig zu sein, so auch hier: Erst klären sie auf, worum es geht, dann stecken sie den Rahmen ab - danach wird wiederholt, immer und immer wieder. Aber immer in der Hoffnung, eines Tages den großen Durchbruch zu erzielen.

Mit Joseph begann für Bruno (Vincent Cassel) und seinen Freund Malik (Reda Kateb) die Arbeit mit autistischen Jugendlichen. Die beiden Pariser Sozialarbeiter sind Spezialisten für die schweren Fälle, die Verweigerer, Systemsprenger und Notbremsenzieher. Sie kümmern sich um Menschen mit tiefgreifender Entwicklungsstörung, die angeboren ist und vor allem im sozialen Bereich auffällt, in sich wiederholenden Verhaltensweisen etwa, in der Kommunikation oder der Art, wie Reize verarbeitet werden. Im Kino und im Fernsehen werden solche Menschen oft als spinnerte Genies präsentiert, in "Rain Man" oder "The Big Bang Theory" etwa, mit der Realität hat das nicht viel zu tun.

Valentin rennt auch, allerdings mit dem Kopf gegen die Wand

Jeder Autist ist anders, was Bruno und Malik auch mächtig ins Schwitzen bringt. Die beiden sind immer in Bewegung, hetzen von einer Krisensituation zur nächsten, ihr Standardsatz lautet: "Wir finden eine Lösung." Emilie etwa läuft dauernd weg, sie schreit und schlägt um sich, kann Berührungen oder schützende Arme nicht ertragen. Valentin rennt auch, allerdings mit dem Kopf gegen die Wand. Ebenfalls immer und immer wieder. Deshalb muss er einen Boxerhelm tragen, er ist eine Gefahr für sich und andere.

Die Familien dieser jungen Leute sind verzweifelt, das Gesundheitssystem hat sie aufgegeben und die Verwahrung in der Psychiatrie angeordnet. Dieses Ausgrenzen und Ruhigstellen wollen Bruno und Malik verhindern, sie bringen Valentin zur Pferdetherapie und besorgen Joseph ein Praktikum in einer Waschmaschinenwerkstatt. Doch während der eine nicht aus dem Auto aussteigen will, ist der andere so besessen von einer Kollegin, dass er das Praktikum wieder beenden muss. Rückschläge gehören also dazu, sie sind der Alltag. Dazu kommen Probleme mit den Betreuern, die Malik aus den Banlieue rekrutiert, weil er ihnen eine Chance geben will - und weil er kaum jemanden findet, der diese Jobs machen will. Das ruft die Inspektoren von den Gesundheitsbehörden auf den Plan, sie wittern unprofessionelles und grob fahrlässiges Verhalten. Natürlich geht es auch ums Geld, darum geht es ja immer: In Zeiten von Rationalisierung und Effizienz finden Bruno und Malik mit ihrem Ansatz der individuellen Betreuung kaum Verständnis.

Die beiden gibt es wirklich, sie heißen zwar anders, leiten aber Vereine, die sich um junge Autisten kümmern, ihre Erlebnisse bildeten die Vorlage für den Film. Auch Driss und Philippe gibt es, ebenfalls unter anderem Namen. Die beiden Helden aus "Ziemlich beste Freunde" - ein Millionär mit Handicap und sein Pfleger mit krimineller Vergangenheit - bescherten Éric Toledano und Olivier Nakache im Jahr 2011 ihren größten Hit. Reale Vorbilder, echte Schicksale sind wichtig für sie, andernfalls könnte man ihre Erzählungen von Schwerbehinderungen oder sozialem Engagement schnell als Lehrstücke abtun. Die beiden Regisseure haben aber ein ziemlich gutes Gespür dafür, wie solche Themen zu verfilmen sind: Lebensnah und temporeich, mit möglichst viel Humor und ohne jede Rührseligkeit. Das schafften sie bei "Ziemlich beste Freunde", aber auch bei "Heute bin ich Samba" (Karrierefrau mit Burnout trifft auf abgeschobenen Küchenhelfer) und jetzt auch in "Alles außer gewöhnlich". Immer prallen scheinbare Gegensätze aufeinander: Bruno ist Jude, trägt Kippa unter seiner Baseballcap, Malik dagegen ist Moslem. Das erzählt der Film aber nur nebenbei, so wichtig erscheint das den realen Vorbildern wohl nicht, genauso hält es dann auch der Film. Diese Männer haben andere Sorgen- die repetitiven Rituale der Religionsstreitigkeiten gehören nicht dazu.

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Filmdienst, 12/3/2019
All rights reserved Filmdienst. Provided by Filmdienst Archiv
àVoir-àLire, 9/9/2019
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Olivier Nakache & Eric Toledano : une heure en tête-à-tête
Guillemette Odicino / Télérama
fr / 10/27/2019 / 57‘25‘‘

Invités : Reda Kateb et Vincent Cassel pour "Hors normes"
Yann Barthès / TMC - Quotidien
fr / 10/15/2019 / 15‘45‘‘

Interview Eric Toledano, Olivier Nakache et Reda Kateb pendant le ZFF
From Karine Weinberger / cinefile
fr / 26‘29‘‘

L'Invité d'Ali Baddou : Vincent Cassel
From Ali Badou / France Inter
fr / 9‘37‘‘

L'Invité de 7h50 - Eric Tolédano et Olivier Nakache
From Ali Baddou / France Inter
fr / 10‘53‘‘

Movie Datao

Other titles
Hors Normes - Alles ausser gewöhnlich DE
The Specials EN
Genre
Comedy
Running time
114 Min.
Original language
French
Ratings
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ØYour rating7.6/10
IMDB user:
7.6 (766)
cinefile-user:
< 10 votes
Critics:
< 3 votes

Cast & Crewo

Vincent CasselBruno
Reda KatebMalik
Hélène VincentHélène
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Owen Gleiberman
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France Inter / fr / 10‘53‘‘
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