Bad Boys for Life

Adil El Arbi, Bilall Fallah, USA, 2020o

s
vBack

Marcus Burnett is now a police inspector and Mike Lowery is in a midlife crisis. When an Albanian mercenary, whose brother they killed, promises them an important bonus, the Bad Boys unite again.

Es ist schon arg holprig, wie diese knallharten Jungs im Zeitalter von Veganismus und #MeToo landen. Und gleichzeitig ist der Film nur halb motiviert, die beiden Helden als gefühlsduselige Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs zu parodieren. Was bleibt: viel leeres, dumpfes Blockbuster-Getöse.

bsc

Vor 25 Jahren haben die Komiker Will Smith und Martin Lawrence den Copthriller "Bad Boys - Harte Jungs" gedreht. Das belgische Regie-Duo Bilall Fallah & Adil El Arbi bringt jetzt eine Fortsetzung. Weil man darin sieht, dass auch Schauspieler älter werden, wird pausenlos über das Alter gewitzelt. Dabei bleibt Genre wie Protagonisten kaum ein Klischee erspart, lediglich ein paar Nebenrollen möbeln Dialoge und Action auf.

Doris Kuhn

C’est à la mise en scène que quelque chose de moins formaté se trame, grâce à la touche d’Adil & Bilall. L'excitation est communicative: l’envie de bien faire transpire de ces plans longs qui fleurent bon le cœur à l’ouvrage, le refus d’une action trop confuse et paresseuse, le digne effort des petits nouveaux.

Théo Ribeton

Les deux Flamands aux manettes du film font donc progressivement monter la mayonnaise dans l’attente de la confrontation finale, en alternant scènes d’action sévèrement burnées et désinvolture bon enfant.

Jacques Mandelbaum

En confiant les clés de la pétaradante saga Bad Boys au jeune duo flamand Adil El Arbi et Bilall Fallah (Gangsta), Michael Bay, roi du blockbuster et réalisateur des deux premiers volets (1995 et 2003), leur a hélas aussi transmis ses instructions.

Jérémie Couston

Galleryo

Variety, 1/14/2020
All rights reserved Variety. Provided by Variety Archiv
1/15/2020
Porsche bis zum Ende

Die draufgängerischen Cops aus Miami kamen 1995 erstmals ins Kino und waren dort sehr erfolgreich. 2003 folgte der zweite Teil.

In Teil drei sind Mike und Marcus nun um die 50 und treten gegen einen jungen coolen Killer - und junge, coole Kollegen an.Mit klischeelastigen Dialogen und vielen wenig fesselnden Actionszenen sind die Bad Boys nicht besonders gut gealtert.

From Doris Kuhn

In "Bad Boys for Life" kommen die Bösen dutzendweise zu Tode, ein hoher Bodycount, wie man so sagt beim Actionfilm. Im finalen Showdown flackern die Mündungsblitze automatischer Waffen, Feuer wüten, Hubschrauber fallen durchs Dach. Wenn man dabei als Zuschauer allerdings feststellt, dass man ein größeres Interesse an der Innenarchitektur des Schlösschens hat, in dem die ganze Sause stattfindet, dann stimmt etwas nicht mit dieser Geschichte.

Aber von vorn: Die "Bad Boys" sind also wieder da. Zwei draufgängerische Cops aus Miami, die 1995 erstmals ins Kino kamen und sehr erfolgreich waren. Das führte unvermeidlich zu einem zweiten Teil 2003, und jetzt, 2020, nach jahrelangem Herumrudern zwischen Drehbuchautoren, Produzenten, Regisseuren, mit "Bad Boys for Life" zu einem dritten. Man hatte Zeit genug, um Kinder zu kriegen und großzuziehen, bis sie aus dem Haus gingen, während man darauf wartete, ob es noch einmal eine Fortsetzung aus Miami geben würde. Die Figuren im Film taten offensichtlich dasselbe - einer der zwei Bad Boys wird diesmal Großvater.

Was die Frage aufwirft, wie die Sache mit dem Älterwerden hier gehandhabt wurde. Die Schauspieler Will Smith und Martin Lawrence waren bei ihrem ersten Auftritt als Mike und Marcus keine dreißig, daraus zog "Bad Boys" damals einen Teil seines Hipness-Anspruchs. Die beiden sollten junge Cops mit Style und schnellem Mundwerk sein, ihr Regisseur Michael Bay, ungefähr im selben Alter, ließ sie entsprechend ausgelassen über die Leinwand toben. Das Teenagerpublikum tobte mit. Über den zweiten Teil deckt man besser den Mantel des Schweigens - jetzt aber können die "harten Jungs" zeigen, wie sie sich mit über fünfzig schlagen, ob sie der verflossenen Zeit Eleganz und ein paar Pointen abgewonnen haben. Es spricht ja nichts dagegen, dass Männer im Lauf der Jahre klüger oder witziger werden.

Vielleicht sollten die europäischen Regisseure etwas Düsternis in die Herzen der Miami Cops bringen

Diesen beiden Figuren wird das allerdings nicht gegönnt. Mike und Marcus streiten sich wie früher, aber das Thema ihrer wortreichen Dialoge ist ausschließlich das Alter. Marcus würde sein Leben gern ab sofort im Ruhestand verbringen, Mike wiederum will die Jahre ignorieren. Er möchte Cop-Legende bleiben, rosa gefütterte Sakkos tragen und Porsche fahren bis ans Ende aller Tage. Ihre Gespräche lassen kein Klischee unberührt, in ihrer Wiederholung sind sie ziemlich ermüdend. Zum Glück werden sie meist von einem mexikanischen Killer unterbrochen, der es auf Mike abgesehen hat. Der Killer ist jung, und er ist cool - wie auch die Spezialeinheit des Miami Police Department, die zusammengestellt wird, um ihn zu fassen.

Mike setzt es durch, sich dieser Einheit anzuschließen. Er will seinen Verfolger stellen, aber er will auch beweisen, dass er mit den Jüngeren mithalten kann. Der Gedanke, dass er wegen fortgeschrittenen Alters kein guter Cop mehr sein könne, ist seltsam genug, seine Auftritte als Angeber machen da nichts besser und erst recht nichts lustiger. Immerhin sorgt er für Schießereien, denn das ist sein Beruf, so wie er ihn versteht. Der Film erhält also durch ihn seine Actionsequenzen: Mike fährt Auto, Mike fährt Motorrad, ständig ballert Mike herum. Richtig aufregend ist allerdings bloß die Action, in der er gar nicht vorkommt. Es gibt in Mexiko einen Gefängnisausbruch, eine Schlägerei bei einer Geldübergabe, beides karg und undurchsichtig inszeniert. Da spürt man mehr Bedrohung als bei der abschließenden Materialschlacht, bei der natürlich klar ist, dass Mike nicht verlieren wird, massenhaft Gegner hin oder her.

Die Regie übernahm diesmal nicht Michael "Bayhem" Bay, dessen oft hirnamputierte Inszenierungsexzesse etwa bei "Transformers" inzwischen Legende sind. Stattdessen wurden die Regisseure Bilall Fallah und Adil El Arbi engagiert, die bisher in Belgien ein paar kleine, harte Gangsterfilme gedreht haben. Vielleicht sollten sie etwas europäische Düsternis über Miami oder in die Herzen der Miami Cops bringen, aber das ist eine unmögliche Aufgabe - Stadt und Gemüter glänzen bunt wie immer. Trotzdem haben sie das Stakkato der Einstellungen, das man von Michael Bay kennt, verlangsamt, außerdem strukturieren sie den Film durch beeindruckende Totalen. Ihren Bildern kann man sich widmen, bis die inhaltliche Durststrecke vorüber ist, denn dann gibt es sogar drei, vier zündende Dialoge und eine Überraschung. Sowie eine letzte Gesangsdarbietung der Jungs, die ihnen im Jugendlichkeitswettbewerb mal keine Minuspunkte einträgt. Eher Rührung.

All rights reserved Süddeutsche Zeitung. Provided by Süddeutsche Zeitung Archiv
Behind the scenes with Will Smith
/ Will Smith
en / 2/7/2019 / 10‘32‘‘

Video Essay: Why Martin works
/ Ill Minded Media
en / 7/1/2017 / 7‘33‘‘

Video Essay: The great and frustrating career of Will Smith
/ captainmidnight
en / 5/29/2019 / 13‘33‘‘

Will Smith and Martin Lawrence play ‘5 Second Rule’
/ The Ellen Show
en / 12/4/2019 / 3‘15‘‘

Interview with Martin Lawrence and Will Smith
/ The Ellen Show
en / 12/3/2019 / 5‘32‘‘

Movie Datao

Genre
Action, Crime/Thriller
Running time
113 Min.
Original language
English
Ratings
cccccccccc
ØYour rating7.0/10
IMDB user:
7.0 (54727)
cinefile-user:
< 10 votes
Critics:
< 3 votes

Cast & Crewo

Will SmithDetective Mike Lowrey
Martin LawrenceDetective Marcus Burnett
Derrick GilbertKid
MORE>

Bonuso

iVideo
Behind the scenes with Will Smith
Will Smith, en , 10‘32‘‘
s
Video Essay: Why Martin works
Ill Minded Media, en , 7‘33‘‘
s
Video Essay: The great and frustrating career of Will Smith
captainmidnight, en , 13‘33‘‘
s
Will Smith and Martin Lawrence play ‘5 Second Rule’
The Ellen Show, en , 3‘15‘‘
s
Interview with Martin Lawrence and Will Smith
The Ellen Show, en , 5‘32‘‘
s
gText
Review Variety
Owen Gleiberman
s
Review Süddeutsche Zeitung
Doris Kuhn
s
We use cookies to offer you an individually customized service (for details see our privacy policy.) By continuing to surf on cinefile.ch you agree to our cookie policy.