r Pacifiction
Albert Serra, Germany, Spain, France, Portugal, 2022o
Island of Tahiti. French government official De Roller is a calculating man with impeccable manners, capable of dealing with both high society and the locals he frequents in shady joints.
Was ist Kino? Eine Strandbar, Gangster im Anzug, Wellen, die am Ufer brechen. Die Wellen haben nie etwas Besseres zu tun. Albert Serra auch nicht. Ebensowenig sein Hauptdarsteller Benoît Magimel. Stranden ist ihr Metier. Aufgebrochen, um einen tropischen Film noir zu drehen, irren der Filmemacher und der Schauspieler umher, verlieren sich, torkeln durch die Nacht. Die Zeit verdichtet sich, dehnt sich aus; sie steht still, man sieht sie bald nicht mehr verstreichen. Benoît Magimel sucht nach Worten, findet sie nicht, schwitzt. Albert Serra beobachtet ihn mit einem leicht sadistischen Lächeln. Die Hinrichtung eines grossen Schauspielers durch einen nicht weniger grossen Regisseur. Ein grossartiges Scheitern, eines der schönsten, die wir je gesehen haben: Auf den Trümmern des klassischen Kinos mit seinen ruchlosen Gangstern und verfluchten Inseln erhebt sich ein sinnlicher Rausch, der allein von der Faszination für die gefilmten Menschen und Dinge genährt wird. We Can’t Go Home Again, sagte Nicholas Ray mit dem Tiitel seines letzten fertiggestellten Films. Er genau wusste, wovon er sprach. Das goldene Zeitalter Hollywoods lag für den Regisseur von Rebel Without a Cause hinter ihm, Nachahmungen würden es nicht wiederbeleben. Als guter Schüler hat Albert Serra diese Lektion gelernt.
Émilien GürÀ travers le quotidien d’un haut-commissaire d’État à Tahiti, Serra dépeint une société qui continue mécaniquement à faire les mêmes gestes tandis que son âme est en proie au dérèglement. Un bloc d’images et de sons sensuel et inquiétant : une véritable apparition.
Nicolas Marcadé

