r Fitting In
Fabienne Steiner, Switzerland, 2025o
Young South Africans from all walks of life begin their student experience at the elite University of Stellenbosch. They try to navigate between personal growth, cultural differences and a past that has not been forgotten.
Dreissig Jahre nach dem Ende der Apartheid ist Südafrika politisch ein anderes Land, doch gesellschaftlich wirkt die Vergangenheit vielerorts fort. An der traditionsreichen Universität Stellenbosch, einer einstigen Kaderschmiede des Apartheid-Regimes, begleitet die in Johannesburg geborene Schweizer Regisseurin Fabienne Steiner eine Gruppe von Studienanfängern durch ihr erstes Semester. In den altehrwürdigen Mauern des Männerwohnheims Eendrag treffen junge Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft auf Rituale, Machtstrukturen und Erwartungen, die zwar reformiert wurden, aber noch immer vom rassistischen Erbe geprägt sind. Steiner setzt ganz auf die Beobachtung und auf die Offenheit ihrer Protagonisten. In Gesprächen hinter verschlossenen Zimmertüren, aber auch bei offiziellen Zeremonien und hitzigen Debatten entfaltet sich ein differenziertes Bild einer Generation, die für die Verbrechen der Vergangenheit nicht verantwortlich ist, deren Folgen aber nicht einfach abschütteln kann. Bisweilen wünschte man sich dabei Seitenblicke auf die politischen und sozialen Konfliktlinien ausserhalb des Campus. Anderseits hat die Konzentration des Blicks einen klaren Vorzug: Sie zeigt facettenreich den schwierigen Prozess des Zuhörens, Zweifelns und Aushandelns. So wird aus der lokalen Campusgeschichte ein universeller Film über Identität, Zugehörigkeit und das Generationenprojekt der postkolonialen Versöhnung.
Kerstin BlankGalleryo
